Das Phönixnest, auf dem ich meinen Charakter in seine persönliche Hölle schickte.

Tavernen-Bewertung:

Plot für Kämpfer:3.5 out of 5 stars
Plot für Magier:3.5 out of 5 stars
Gelände:4 out of 5 stars
Spielleitung:4 out of 5 stars
Spieler untereinander:4.5 out of 5 stars
Charakterspiel:4.5 out of 5 stars
Tavernen-Angebot (=Essen und Trinken):3 out of 5 stars


Ich hatte mir zwei Wochen lang den Kopf zerbrochen, was an diesem Tag passieren könnte. Ich habe mir Szenarien aufgeschrieben. Was wäre, wenn…? Wie verhalte ich mich, wenn…?
Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, darüber nachzudenken. Und gleichzeitig hatte ich Angst. Was, wenn es nicht so läuft, wie überlegt? Wenn es ganz anders kommt? Doch dann würde es so passieren.
Ich habe auch schon fest damit gerechnet, dass etwas anders läuft, als ich es mir ausgemalt habe.

Wovon ich rede? Von dem, was meinen Charakter Anastasya auf dem Phönixnest erwarten würde.
Die komplette Geschichte ist hier zu finden.

Kurz zur Erklärung: Seit der „Pestilenz“-Con hat sich zwischen dem Charakter eines befreundeten Spielers und meinem Charakter ein Konflikt aufgebaut, der immer krasser wurde.
Bei der letzten Taverne, dem Turm, konnte mein Charakter noch genügend Personen um sich scharen, die sie beschützt haben.
Doch jetzt, beim Phönixnest, würde das nicht mehr möglich sein. Die zwei sollten nun endgültig aneinander geraten. Mit allen Konsequenzen.

Deswegen auch meine Nervosität. Den ganzen Tag konnte ich nicht essen. Nunja.
Aber nun zum Phönixnest.


Vom Phönixnest-internen Plot bekam ich leider gar nichts mit. Doch das war meine eigene Schuld, da wir diesen Charakter-Konflikt ja ausspielen wollten.
Gesagt, getan.
Das Gelände eignete sich hervorragend.
Schon bei der Anreise lief ich durch den großzügigen Wald um den Steinbruch des Phönixnestes herum. Die Waldfläche ist wirklich wunderschön.
Dort überraschte besagter Charakter dann Anastasya und ihren Begleiter.
Ich zählte darauf, dass mich die anderen Spieler vom Phönixnest finden würden.
Sonst würde es wohl den Tod meines Charakters bedeuten.
Anastasya wurde mitgenommen und ein ganzes Stück tiefer in den Wald geschliffen – weiter weg vom Phönixnest.
Das hat er großartig gespielt. Es war wirklich erschreckend, obwohl ich ja OT mehr oder weniger auf alles vorbereitet war.
Im Wald hatte er einen Platz vorbereitet, an dem er seine Sachen gelagert hatte.
Dort schleppte er Anastasya hin und spielte die Besessenheit bzw den Wahnsinn seines Charakters aus.
Wir haben es sehr lange durchgezogen und mein Charakter stand quasi schon kurz vorm Verbluten. Und war natürlich auch psychisch total am Ende.

Dann kamen zum Glück meine Retter. Ein paar Spieler, mit denen ich OT sehr viel zu tun habe. Dann auch noch Leute, mit denen ich eher seltener zu tun habe. Mich hat sehr gefreut, dass wir durch unser Spiel so vielen Leuten Spiel bieten konnten.

Die netten Heiler (die meinen Charakter schon sehr gut kennen) haben sich dann auch super um sie gekümmert. Wunden gereinigt, genäht, alles. Großes Lob an dieser Stelle! Ich liebe euer Heilerspiel!

Die Krieger haben sich dann mehr oder weniger auf den Charakter gestürzt, der Anastasya gefoltert hat.
Hier konnte zum Glück dafür gesorgt werden, dass sein Charakter überlebt. Trotzdem war es schönes Spiel.
Die Leute trugen (!) mich danach sogar aus dem Wald heraus bis ins Phönixnest. Respekt! Eure armen Rücken!

Dort angekommen haben die Heiler meinen Charakter weiter versorgt. Zwischendurch kam der eigentliche Plot durch: Untote griffen an. Das war leider auch schon alles, was ich aktiv mitbekommen hab.
Es gab wohl Skelette und einige Rätsel, mit deren Hilfe man die Skelette „verschwinden lassen“ konnte. Die Rätsel klangen richtig cool. Ich hätte mich gerne an einem versucht, doch mein Charakterspiel ließ es natürlich nicht zu.
Aber es war bestimmt cool! So hatten immerhin die anderen Spieler ihren Spaß daran!

Was allerdings mal wieder ätzend war, waren bestimmte Magier.
Ich mag Magier. Ich spiele selbst einen leicht magischen Charakter.
Aber… macht es doch bitte ordentlich. Das habe ich im Verlauf meiner Blogeinträge auch schon oft genug kritisieren müssen (leider). Aber Magier, die mit einem Fingerschnipp die Welt in Ordnung bringen können sind einfach langweilig. Und auch Schutzkreise – schön und gut – aber sie sind einfach nur spielzerstörend.
Natürlich kann ich mir nen Schutzkreis machen, weil ich dahinter die Verletzten habe oder weil ich irgendwas vorbereiten muss oder weil dreitausend NSCs angerannt kommen.
Aber doch nicht bei 4-5 NSCs. Nicht einfach einen Kreis ziehen und sich darin zu verkriechen.
Wenn man keinen Lust auf eine Taverne mit Plot hat, dann kann man das doch anders zum Ausdruck bringen.
Und dann waren es sogar noch diese Magier, die alles, was irgendwie nach Plot aussieht, an sich gerissen haben und gar nicht an Konsequenzen (IT wie OT) gedacht haben. Ich kann sowas einfach nicht ertragen.
Mein Charakter – total geschwächt und fertig – wollte ihnen mitteilen, dass es nichts bringt, den Exorzismus auf diesen Charakter loszulassen, der keine Magie verträgt. Denn er könnte sterben. – Hat sie nicht gejuckt. Es wurde IT wie OT zickig darauf reagiert und „einfach gemacht“.
Na danke. Und dann nicht mal mit einem epischen Ritual, sondern mit einem einfachen „LaberababerlateinischeWorteeinfügenlaberrababer“. Ich hasse es.

Mit Magie wird einem so viel Potenzial gegeben. Aber leider wird es meistens gemacht wie oben beschrieben. Das macht mich echt traurig. Und dabei kann man die Spieler IT wie OT verzaubern, wenn man eine schöne Show daraus macht. Ist meistens nicht einmal aufwendig.
Seufz.
Aber es bringt ja nichts, sich aufzuregen.
Der Ruf der Magier ist genau durch solche „Magier“ berechtigt schlecht.
Und das ist schade den wenigen Magiern gegenüber, die sich Mühe geben und es SO schön darstellen.
Aber gut. So viel dazu. Das ist irgendwie der Aspekt, den ich fast jede Taverne bemängeln muss.

Ansonsten war es top. Ich hatte eigentlich 99% IT-Spiel (die 1% waren irgendwelche Situations-Witze oder Fragen nach meinem OT-Befinden aufgrund meiner Spielweise). Und auch mit den übrigen Spielern hatte ich richtig schöne Momente. Alle (na ja, fast alle) Spieler, mit denen ich zu tun hatte, haben super gespielt! Es waren sogar einige neue Gesichter dabei, die ich entweder noch nie auf dem Phönixnest begrüßen durfte oder überhaupt gar nicht kannte (IT wie OT).
Und auch der OT-Aspekt zwischen den Spielern war schön. Alle haben aufeinander aufgepasst und im Zweifelsfall nochmal kurz OT nachgefragt, ob denn auch alles in Ordnung sei. Sowas stört das Spiel an sich nicht und zeigt, dass man sich um das Wohlbefinden der anderen sorgt. Sowas gefällt mir.

René hat mal wieder diverse Rollen übernommen und war sowohl als Spielleitung, Orga als auch NSC (Nummer neun) unterwegs. Großen Respekt an dieser Stelle!
Auch das Phönixnest sah wieder super aus und war gemütlich. Danke auch an die Schankmaid!

Nach wie vor empfehle ich das Phönixnest wärmstens. Es ist einfach schön!


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