Die lieben Magier. Man hasst und liebt sie zugleich.
Ich persönlich ärgere mich oft über die unzureichende Magie-Darstellung.

Ich selbst spiele einen Charakter mit leichten Magie-Einflüssen und finde es schade, wie allgemein auf Magier reagiert wird. Meist mit Vorurteilen.
Das liegt natürlich einerseits an „Overpowered“ Magiern, also Magiern, die mit ihren Zaubern alles wieder gut machen können. Und das ist meistens genau das, was Spieler nicht wollen. Das ist natürlich absolut nachvollziehbar, denn das macht das Spiel langweilig.
Ein anderer Grund ist die oft mäßig gute Darstellung der Magiefähigkeiten. Magie ist und bleibt etwas magisches, etwas besonderes. Es sollte die Personen auch OT etwas beeindrucken können.
Sich in eine Ecke verkriechen und etwas auf Latein zu murmeln reicht da nicht.

Also hier nun das Einmaleins der Magie-Darstellung:

1. Zeigen, nicht erzählen

Die wohl wichtigste Regel der Schriftsteller gilt auch bei der Magie-Darstellung.
Versucht, auf das „OT-Telling“ so weit es geht zu verzichten, denn es stört den Spielfluss.
Die meisten Effekte, die ihr euren Mitspielern verständlich machen wollt, lassen sich auch einfach in den jeweiligen „Spruch“ unterbringen.
Ein Beispiel: 
Mein Charakter heilt mit Runen.
Beim Heilvorgang schreibe ich die Runen einzeln auf die betroffene Körperstelle (Verband/Haut/Kleidung – je nach Wunsch). Dabei rufe ich den Gott meines Charakters (Odin) an und bitte ihn, die Runen wirken zu lassen.
„Nimm Isa, die Rune des Eises und kühle die Wunde des Verwundeten. Lasse das Blut um die Wunde herum gefrieren, damit das Blut nicht weiter austreten kann.“
Was empfindet der Verwundete? – Klar, Kälte. Es schmerzt meist auch etwas.
Hier schreien meine „Patienten“ meistens sogar – ganz ohne, dass ich OT vermitteln musste, dass es jetzt wehtut.

Versucht also, alles, was ihr darstellen wollt, entweder so darzustellen, dass es ohne Worte klar wird, oder stellt es mit begleitenden IT-Worten dar.
OT-Telling ist normalerweise nicht notwendig!!

2. LEDs

Wir leben glücklicherweise OT in einer technologisch sehr weit entwickelten Welt.
Zieht euren Nutzen daraus!
Es gibt winzige LEDs, die sich mit kleinen Fernbedienungen steuern lassen. Es gibt batteriebetriebene LED-Lichterketten. Es gibt kleine LED-Schaltungen, die man sich mit ein wenig Aufwand an kleine Knopfzellen löten kann – tausend Möglichkeiten, um coole Effekte mit Lichtern zu generieren.

3. Fluoreszierendes und UV-Farben

Ein Hoch auf die chemischen Fortschritte unserer Welt!
Mit UV-Farben und einer UV-Taschenlampe lassen sich großartige Effekte kreieren.
Es braucht nur wenig Aufwand, um sich damit entsprechende magische Gegenstände / Komponente zu basteln. Damit kann man die Magie sehr schön darstellen!

Magische Runen – beschrieben mit UV-Farbe

Ebenso mit fluoreszierendem Pulver/ Steinen /… Gibt es heutzutage in allen Formen und Farben, vor allem als Deko.
Vorher eine Weile im Licht aufladen – dann leuchtet es eine ganze Weile nach.

Fluoreszierender Stein

 

4. Erschöpfung / Nebenwirkungen

Ich persönlich halte sehr viel davon, wenn es Nebenwirkungen der Magie gibt. Vor allem für die Magier selbst.

Ich vergleiche das immer mit Kämpfern – kämpfen sie eine Weile, dann erschöpft es sie.
Da es Magiern im echten Leben nicht gibt, kann man sich natürlich nur ausdenken, was dabei passieren wird. Doch es wird auch Ressourcen verbrauchen.

Ich selbst genieße es sogar ein Stück weit, einen Low-Power „Magier“ zu spielen. Mein Charakter bekommt nach Magie-Wirkung Kopfschmerzen und Schwindel. Nach einem gewissen Prozentsatz der verlorenen Magie-Punkte kippt mein Charakter um und wird ohnmächtig. Wird sie wieder wach, kämpft sie dann mit Halluzinationen verschiedenster Art.

So lässt sich erstens schönes Spiel generieren und zweitens lernen auch die umstehenden Nicht-Magier, dass Magie nicht „mal eben so“ passiert.
Alles hat seinen Preis.

Magier, die absolut overpowered sind, keine Erschöpfung erleiden und Zauber aus sich heraus feuern wie ein Maschinengewehr kann ich leider nicht ernst nehmen.
Und daher rührt dann auch das schlechte Image der Magier.

Ihr sollt doch Spiel generieren und nicht durch „Alles wird gut“-Zauber wegnehmen!

 


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