Worum geht es?

Um einen Charakter besser kennenzulernen, muss man sich mit ihm auseinandersetzen.
Eine befreundete LARPerin hat mal gesagt: “Manchmal muss man einfach mal mit seinem Charakter Kaffee trinken gehen.”
Oder eben einfach eine Art “Date” führen.

Und genau das möchte ich mit diesem Projekt machen. Die Charaktere treffen auf einen Erzähler (beispielsweise in einer Taverne) und quatschen miteinander… Dabei werden vom Erzähler natürlich einige Fragen gestellt.
Für jeden Charakter werde ich einen anderen Block Fragen nutzen, damit es spannend bleibt.

Möchtest auch du, dass ich mit deinem Charakter “einen Kaffee trinke”?
Dann schreib mir einfach!

Ich laufe zur Taverne. Heute treffe ich mich wieder mit einem Abenteurer, um ihm Fragen zu stellen.
Die kleine Zeichnung auf dem Fragenzettel soll mir beim Suchen und Finden des Mannes helfen.
Ich schaue mich um.
Vielleicht befindet er sich auch schon in der Taverne?

Ich will gerade zur Tür laufen als ich plötzlich ein Rasseln und Klappern höre.
Ein ungewöhnliches Geräusch – vor allem hier in der Stadt.
Ich schaue mich um, um den Ursprung des Geräusches zu finden.
Dann sehe ich ihn.
Das muss er sein.

Ich beobachte, wie er in Richtung Taverne schreitet.
Er trägt ein Kettenhemd… Daher wohl das Geräusch.
Aber das muss er sein. Wer würde hier sonst mit einem Kettenhemd herumlaufen wenn nicht einer meiner Gäste.

Ich folge ihm in die Taverne und gehe auf den Tisch zu, an den er sich gesetzt hat.
“Hallo.”
Er wirkt etwas irritiert, lächelt mich dann aber an.
“Seid mir gegrüßt meine Liebe. Wie kann ich euch zu Diensten sein?”
Seine Hände liegen gefaltet auf dem Tisch.
“Sigismund von Krähenfeld, richtig?”
Ich schaue zur Sicherheit noch einmal auf den Zettel. Habe ich seinen Namen richtig ausgesprochen?
“Ich… Hätte ein paar Fragen. Darf ich sie stellen?”
Ich deute auf den Zettel in meiner Hand.

“Das ist in der Tat mein Name, auch wenn es mich doch wundert, dass man den Namen eines einfachen Novizen wie mich kennt.”
Er weist mit seiner Hand in Richtung Tisch.
“Bitte setzt euch doch dann zu mir und leistet mir bei Speis und Trank Gesellschaft. Währenddessen dürft ihr dann eure Fragen gerne stellen, jedoch seid mir nicht böse, ich habe einen weiten Weg hinter mir und werde entsprechend gemütlich auf eure Fragen reagieren. Was möchtet Ihr essen und trinken? Wenn ihr mir Gesellschaft leistet solltet ihr auch zumindest etwas zu trinken.”
Ich setze mich lächelnd zu ihm.
“Habt Dank.”
Ich muss mich ermahnen, an die Umgangsform zu denken.
“Und nehmt euch ruhig Zeit für die Fragen… Ich würde gerne einen Holunderwein trinken, aber ich kann die Getränke auch gerne holen.”
Er ist immerhin mein Gast.

“Fragen wir doch einfach die Schankmaid meine Liebe, zumal ich ja auch noch etwas zu essen bestellen werde.”
Er dreht sich etwas um und winkt die Schankmaid herbei.
Sie kommt sofort zu uns und er bestellt Holunderwein und Eintopf.
Ich lächle.
Holunderwein… Es gibt nichts Besseres!
“Vielen Dank.”

“Was meint ihr meine Liebe, wollt ihr während wir warten nicht schon eure erste Frage stellen?”
Er lächelt noch immer, erhebt sich dann aber kurz und legt den Gürtel mit seinen Waffen ab.
Nachdem er auch eine braune Tasche auf den Tisch gelegt hat, setzt er sich wieder hin.
Scheinbar trägt er schwere Dinge mit sich herum.

“Falls ihr eine Frage nicht beantworten wollt, ist das übrigens in Ordnung. Ihr müsst nicht zwingend auf jede Frage antworten.”
Ich blicke auf meinen Zettel, um die erste Frage zu stellen.
Ihr meintet vorhin, dass Ihr Novize seid. Was genau meint Ihr damit? Ist das ein Beruf? Eine Berufung?

“Auf eine Frage nicht antworten? Ich bin eine viel zu ehrliche Haut, damit haben mich meine Brüder schon immer aufgezogen”, sagt er und lacht. “Ich werde alle eure Fragen ehrlich beantworten, es wäre meinem Glauben gegenüber schon eine Anmaßung, wenn ich nur die lichten, nicht jedoch die dunklen Dinge, erzähle.”
Er lehnt sich zurück.
“Damit kann ich eure erste Frage aber schon galant beantworten. Ein Novize ist ein Anwärter auf die Mitgliedschaft eines Ordens weltlicher oder geistlicher Natur. In diesem Noviziat versucht besagter Anwärter seinen Wert für die Gemeinschaft, welcher er beitreten möchte, zu beweisen. Es ist also mehr eine Berufung als ein richtiger Beruf.”

Die Schankmaid kommt und bringt den Wein und das Essen.
Ich nutze die Zeit, um seine Antwort niederzuschreiben.
Sigismund bedankt sich und schenkt mir Wein ein.
“Hier bitteschön. Ich hoffe der Wein mundet euch.”
Er reicht mir den Weinbecher.
“Vielen Dank.”, sage ich und lächle.
Ich schaue nochmal auf das, was ich geschrieben habe.
“Eine Berufung also. Verstehe. Aber welchem Orden möchtet Ihr beitreten? Ist es ein Orden weltlicher oder geistlicher Natur? Wie darf ich mir diese Berufung vorstellen… Kurz gesagt: Was tut Ihr dabei?

“Der Orden dem ich beitreten werde, ist der ‘Orden zum Wegekreuz von St. Michael’, ein geistlicher Ritterorden, welcher es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Pilger der verschiedenen Religionen auf Ihren Reisen vor Gefahren zu beschützen.”
Er unterbricht sich, um zwei Löffel vom Eintopf zu essen.
“Mein Beruf wird es daher sein, ebenfalls mein Leben in den Dienst des Schutzes der Pilger auf ihren Wegen zu stellen. Ich bin ein sehr religiöser Mann und sehe in dieser Berufung mein mir vorgesehenes Schicksal.”

Ein leichtes Lächeln zeichnet sich auf sein Gesicht.
“Ich sehe ihr habt es nicht leicht mir zu folgen. Soll ich versuchen, es etwas verständlicher darzulegen, oder ist es ok für euch meine Liebe, wenn ich wie gewohnt weiterformuliere?”

Ich seufze.
“Zuhören, verstehen und mitschreiben zugleich ist schwierig. Hier gibt es so etwas wie Novizen nicht.”, sage ich und zucke mit den Schultern.
“Aber ich habe verstanden. Ihr beschützt Wanderer, die irgendwohin gehen und in Gefahr geraten könnten. An welchen Gott glaubt ihr denn?
Ich halte mich wieder bereit, um seine Antwort aufzuschreiben.

Mein Gesprächspartner hält kurz inne und fängt auf einmal an zu lachen.
“Einfach ausgedrückt, ja. Ich beschütze Wanderer, die an für sie besondere Orte gehen.”
Ich sehe, dass er in seiner Tasche herumkramt und einen kleinen Tonbecher herausholt.
Er schüttet sich auch etwas von dem Holunderwein ein.
“An welchen Gott ich glaube, ist leider schwierig für Außenstehende zu erklären … Einfach gesagt, Ich glaube an ein Wesen, welches all die verschiedenen Götter erschaffen hat. Nachdem er dies getan hat, gab er Ihnen die Freiheit, die Schöpfung, nach Ihren jeweiligen Gutdünken, weiter fortzuführen.”, erklärt er und nimmt einen Schluck Wein.
Es scheint ihm zu schmecken.
“Daher haben wir sowohl gute, als auch böse Dinge in unserer Welt. Diese gehören aber alle zur Schöpfung dazu. Als Gläubiger, besonders als Reisender Bruder meines Ordens ist es ebenfalls meine Pflicht, das Gleichgewicht zwischen gut und böse, unter allen Umständen zu erhalten.”, setzt er seine Erklärung fort.

Das ist neu…
Bisher gab es immer nur Götter, die auch Entscheidungen getroffen haben… Sehr faszinierend.
“Oh, das klingt interessant. Von so einem Gott habe ich noch nicht gehört. Trägt dieser Gott auch einen Namen?
Ich nehme einen Schluck Holunderwein… Herrlich.
“Damit wäre die Frage nach dem Gott dann nämlich geklärt.”, füge ich hinzu und schreibe weiter das Gesagte auf.

Auf diese Frage hin stutzt Sigismund kurz.
Er hält inne und scheint darüber nachzudenken.
“Hmm”, sagt er und reibt sein Kinn. “Tatsächlich hat der Schöpfer keinen Namen, wie Beispielsweise Thor, Sigmar, Slaneesh oder die anderen. Er hält sich aus der Schöpfung raus, daher ist über ihn und sein Handeln wenig bekannt.”
Er nimmt einen weiteren Schluck und schaut nachdenklich in die Ferne.
Was er wohl sucht?
“So gerne ich euch diese Frage daher beantworten würde, ich bin leider kein Gelehrter. Tut mir wirklich aufrichtig leid.”
Er wirkt tatsächlich traurig darüber, doch dieser Ausdruck bleibt nicht lange auf seinem Gesicht…
“Ich hoffe einfach, dass ich eure anderen Fragen dafür umso eher beantworten kann.”, sagt er und lächelt dabei wieder fröhlich.

“Verstehe, ja, genau das wollte ich wissen. Es geht ja nur darum, wie Ihr diesen Gott seht. Und das beantwortet die Frage ja.”
Ich lächle ihn nachsichtig an.
Das reicht mir als Antwort. Und deswegen schreibe ich das auch auf und werfe danach einen Blick zur nächsten Frage.
Die klassische Frage…
“Hm… Jetzt wird es etwas… abstrakt? Wenn Ihr Eurer Persönlichkeit eine Farbe zuordnen müsstet, welche Farbe wäre das…. und warum?
Die Antwort interessiert mich wirklich.

“Aufgrund dessen, wie ich auf euch wirke, welche Farbe würdet ihr mir denn geben? Danach gebe ich euch als Kontrast gerne meine Ansicht dazu.”
Dabei zwinkert er mir zu.
Wirklich? Er will den Spieß jetzt umdrehen?
Ich kenne ihn nicht gut genug, um die Frage zu beantworten… Ich werde mit Sicherheit falsch liegen.
Aber es sieht nicht so aus, als würde er locker lassen.

“Hey, das ist… Nicht abgemacht.”, versuche ich mich herauszureden.
Dann muss ich lachen.
“Na schön. Hm…”
Ich brauche eine ganze Weile, um mir darüber Gedanken zu machen.
So viele sagen rot. Es gibt doch so viele Farben.
Was ist mit grün? Oder blau… Hm… Grau ist es nicht.
Und… Gelb? Auch nicht. Wirklich schwierig.

“Hmm… Viele sagen immer, dass rot am besten zu ihnen passt. Das verstehe ich gar nicht.”, beginne ich zu antworten und schüttle den Kopf. “Aber blau auch nicht, finde ich… Grün vielleicht…? Ich meine… Ich kenne Euch noch nicht lange… Das ist wirklich schwierig.”
Ich spüre, wie ich schon wieder rot werde…

“Ihr müsst doch nicht rot werden, meine Liebe”, erwidert er und lächelt mich nachsichtig an. “Haben die Farben den eine Bedeutung? Dann wäre meine Antwort nämlich eine andere. Spontan fällt mir nämlich nur die Farbe blau ein. Meine ehemalige Verlobte sagte mir immer, dass meine Augen das Blau eines Sturmes auf hoher See besitzen, welcher in einer sonst freundlichen und friedlichen Seele schlummert.”
Er wirkt verträumt und scheint, in eine fremde Gedankenwelt abzutauchen.
Blau also… Das hätte ich nicht vermutet.
Aber ich schreibe es trotzdem auf.
Schließlich bestimmt er die Antworten und nicht ich.

“Na ja… Es geht ja darum, welche Farbe Ihr nennen würdet… Und auch, warum. Deswegen… Hat die Farbe genau die Bedeutung, die ihr sagt…”, erkläre ich ihm. “Deswegen ist es natürlich für mich auch schwierig, das einzuschätzen. Aber egal, jetzt kenne ich ja Eure Antwort.”
Wenn es bei den Antworten um meine Meinungen gehen würde, dann bräuchte ich ja keinen Gast einladen.
Ich schreibe seine Antwort auf und suche die nächste Frage.

“Hm…. Und würdet Ihr Euch als geduldig bezeichnen oder eher weniger?
Die Frage finde ich wieder sehr interessant. Ich schaue ihn neugierig an und warte auf seine Antwort.

“Das kommt auf die Situation an, es gibt Momente im Leben, wo rasches Handeln von großer Bedeutung ist, dort kann man es sich nicht erlauben, großartig Pläne zu schmieden, zu diskutieren, oder anderweitig sich ablenken zu lassen. Vor allem wenn es um die Bewahrung von unschuldigem Leben geht, bin ich eher ungeduldig. Ansonsten eher das genaue Gegenteil, also ein sehr geduldiger Mensch.”
Die Antwort stellt mich zwar nicht wirklich zufrieden, weil sie so ausweichend ist, aber ich schreibe sie trotzdem auf.
Irgendwie hat er ja auch recht… Meist lässt sich das pauschal gar nicht beantworten.
“Verstehe… Also beides?”
Ich muss kurz lachen.
“Aber… Ich denke das klingt nach einer guten Einstellung.”
Während ich seine Antwort noch niederschreibe, lese ich die nächste Frage vor.
Die interessiert mich sehr.
“Hm… Und… Habt ihr eine Lieblingsgeschichte? Eine Sage, Legende oder ein Märchen?
Ich höre auf zu schreiben, damit ich nichts von der Geschichte verpasse.

“Ich habe tatsächlich eine Lieblingsgeschichte, die sowohl als Legende, als auch als Märchen aufgefasst werden kann. Eine Geschichte so fantastisch, dass ich sie euch nicht vorenthalten möchte.”
Er nimmt noch einen Schluck von seinem Wein.
“Doch sagt mir eines meine Liebe, wollen wir uns noch einen Wein bestellen? Unseren haben wir ohne es zu merken schon geleert.”
Kurz unterbricht er sich und lacht leise.
“Sobald wir wieder Wein haben, erzähle ich euch gerne die Liebesgeschichte vom Wanderprediger und der Sirene.”
Ich nicke und wünsche mir, der Wein würde von selbst zu uns fliegen. Die Geschichte macht mich neugierig!
“Der Wanderprediger und die Sirene?”, frage ich und bemerke, dass ich wirklich ungeduldig werde. “Ja… Also… Nochmal das Gleiche?”

“Gerne den selben Wein, dieser mundet überraschend gut und es wäre eine Verschwendung es nicht zu genießen solange man kann.”
Er winkt die Schankmaid zu uns und bestellt noch eine Flasche Holunderwein.
“Sagt mir zuerst, bevor ich euch die Geschichte erzähle, wisst ihr den was eine Sirene ist? Wenn nicht erkläre ich es euch eben.”
Dabei gleicht sein Ausdruck dem von meinem Vater als er mir damals das Schreiben beigebracht hat.

“Ich… Weiß nicht, was eine Sirene ist.”, gebe ich zu und spüre, wie ich wieder einmal rot werde. “Könntet Ihr es mir erklären?”
“Nichts wofür ihr euch schämen müsst, dieses Wissen ist zumeist bei Seefahrern und am Meer beheimateten zu finden. Eine Sirene ist eine Meeresbewohnerin, in Gestalt einer wunderschönen Jungen Frau. Sirenen eben unter der Wasseroberfläche, kommen jedoch regelmäßig an die Oberfläche um mit Ihrer engelsgleichen Stimme Männer in die kalten Tiefen zu locken. Zumindest wird dies allgemein angenommen.”, erklärt er mir. Irgendwie wirkt es aus seinem Mund so, als wäre das völlig normal.

“Schöne Frauen aus dem Wasser, die Männer verführen?”, wiederhole ich. Irgendwie muss ich grinsen. Das klingt so unwahrscheinlich… So ausgedacht.
“Verstehe… Und das gibt es wirklich?”
Ich schreibe mir diese Erklärung auf.
“Und was passiert in der Geschichte?”

“Ja es handelt sich hierbei um eine wahre Geschichte. Es begab sich vor langer Zeit eine Frau, halb Mensch, halb Sirene, um die Welt zu erkunden, denn sie war rastlos und wollte die Welt erkunden. Sie besaß viele Eigenheiten, sowohl ihres menschlichen Vaters, als auch ihrer Mutter, welche eine Sirene war.”, beginnt er mit seiner Erklärung.
“Sie erkundete die weite Welt, fand auf ihren Abenteuern viele neue Gefährten und legte dadurch eine der Eigenheiten des Wesens ihrer Mutter ab, so unter anderem Männer in die Tiefe zu ziehen und zu verspeisen. Trotz alledem blieb sie rastlos und zog schnell von einem Ort zum nächsten, die Meere und dem Schiff, welchem Sie verpflichtet wahr, als einzige Heimat nennend.”

Ich bewege meine Hand immer schneller über das Papier, um alles mitschreiben zu können, was er sagt.

“Dies änderte sich, als sie auf einen jungen Ordensritter stieß, der sich auf seiner Pilgerreise befand, um seinen Wert für den Orden unter Beweis zu stellen. Viele Männer vor ihm waren dem Charme der Halbsirenne verfallen, denn sie besaß ein engelsgleiches Antlitz. Doch nicht der junge Ordensritter. Anders als viele andere Menschen – vor allen denjenigen, welche im Auftrag einer Kirche reisten – trat er ihr, ohne durch ihren Gesang und ihr Antlitz verzaubert zu sein, neutral und offen gegenüber. Es störte ihn nicht, wer oder was sie war, er empfing sie mit offenen armen als Weggefährtin. Von diesem jungen Novizen fasziniert, beschloss die Sirene jenen zu begleiten. Auf einer ihrer Reisen geschah es, dass die beiden ungleichen Gefährten, in die Traumwelt eines dunklen Wesens gezogen wurden. Zusammen kämpfend retteten die beiden sich ein aufs andere Mal gegenseitig das Leben und hielten in der finstersten Stunde fest zusammen. So geschah was geschehen musste, der Funke der Liebe, eines der stärksten Gefühle, was ein lebendes Wesen empfinden kann, wuchs um dass Dunkel zu vertreiben. Und so geschah etwas, vom dem sie nie gedacht hatte, es könnte geschehen … die Sirene verlor ihr Herz an einen einzigen Man, einen geistlichen noch dazu.”

Sigismund hört auf zu sprechen und ein leichtes Lächeln legt sich auf seine Lippen.
In seinem Ausdruck erkenne ich aber noch etwas… Ein leichter Schimmer von… Na ja… Von was?
Ich bin mir nicht ganz sicher.

“Das… Ist eine beeindruckende Geschichte. Und sie ist echt, sagt Ihr?”, frage ich und schreibe die letzten Worte auf. Ich hoffe, dass ich nichts ausgelassen habe.
In so einer Geschwindigkeit zu schreiben ist wirklich nicht einfach…

Jetzt grinst Sigismund auf einmal.
“Ignara und ich halten Sie für sehr real, wo es doch die Geschichte unserer Liebe ist. Ignara würde euch es euch sicher ebenfalls bestätigen, leider ist sie aktuell mit ihrer Mannschaft zur See.”
Als er das sagt, wird sein Blick wieder etwas trauriger… Er schaut in die Ferne, wieder so, als würde er in seine eigene Welt abtauchen.

Doch ich starre ihn überrascht an.
“Ja.. Nein… Was? Eure… Geschichte? Ignara… Aber…??”
Ich schüttle schnell den Kopf und hole tief Luft.
Das kann doch überhaupt nicht sein!
Aber… Ich muss mich auf die nächste Frage konzentrieren.
Ich halte kurz inne.
Seid Ihr Links- oder Rechtshänder?

Mein Gesprächspartner hebt seine rechte Hand, in der er seinen Becher hält.
“Ich bin Rechtshänder. Wie mir scheint, habt Ihr Probleme, meine Geschichte als die Wahrheit zu akzeptieren. Aber lasst mich euch versichern, diese ist mit absoluter Sicherheit wahr.”
Er schaut mich direkt an. Ein ehrlicher Blick.

“Es… Es klingt nur so unglaublich… Also. Die Geschichte.”
Ich schreibe seine Antwort schnell auf und lächle ihn an.
Das war die letzte Frage.
“Aber es freut mich, dass die Geschichte wahr ist. Habt Dank für Eure Zeit, es hat mich sehr gefreut. Denn wir sind mit den Fragen fertig.”

“Meine Liebe, ich habe euch für die wunderbare Gesellschaft zu danken, welche ihr wart.”
Er steht auf, legt die Rechte aufs Herz und verbeugt sich leicht.
“Es ist immer wieder eine Freude auf Reisen nette Wesen kennen zu lernen, denn dadurch überzeuge ich mich von der Richtigkeit meines Weges. So gehabet euch wohl und viel Glück auf auf euren weiteren Reisen.”
Ich schaue ihn an. Reisen… Ja. Das wäre schön!
“Vielen Dank! Es war mir eine Ehre, mit Euch zu sprechen. Ich wünsche Euch gute weitere Reisen.”

Damit trennen sich unsere Wege.


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