Während der letzten Jagd habe ich beschlossen, meine Eltern um Rat zu fragen. Immerhin geht der Vorrat an Äpfeln zur Neige und ich möchte nicht, dass es Tahn schlecht geht.
Er und mein Vater sind offenbar noch unterwegs, um weitere Bäume zu fällen.

Ich bringe die gejagte Beute nach Hause zu meiner Mutter.
„Mama, weißt du ob Vater hat gerade großen Auftrag für Holz in Bärenfels? Denke ich müssen Tahn und ich bald wieder runter zu holen Äpfel.“, erkläre ich ihr. Irgendwie ist es seltsam, darüber zu sprechen. Sie wissen nichts Genaues über sein Problem, sondern wissen nur, dass er Äpfel braucht.
Sie überlegt kurz.
„Hm, hat er wirklich irgendwas Komisches, eh?“, fragt sie. Ich nicke, sage dazu aber nichts weiter.
„Weißt du, was sie gerade fällen an Holz?“, fragt mich meine Mutter. Ich schüttle den Kopf. Das habe ich Tahn gar nicht gefragt.
„Ist Holz besonders viel, große Baum, wächst schon lange. Wollen haben Leute in Bärenfels, hat Alvari Auftrag bekommen dazu.
Ich schaue sie an. Das klingt vielversprechend.
„Heißt Tahn und ich können helfen?“, frage ich sie.
„Da.“, erwidert sie. „Könnt ihr auch dann Felle verkaufen gehen in Bärenfels. Haben wir viel gesammelt in letzte Tage, eh? Kannst du etwas von Geld behalten um zu kaufen diese Äpfel.“, bietet sie mir an. „Denke ich gibt Athis dir auch etwas von Holz-Geld.“
„Danke.“, sage ich und lächle sie an.
Eine Sorge weniger. Und das heißt auch, dass ich Artjom und Alvaris in Bärenfels treffen werde… Darauf freue ich mich!

Ich unterhalte mich noch ein bisschen mit meiner Mutter, als Tahn und Athis ins Haus kommen. Sie sind zurück von ihrer Arbeit.
„Bekomm ich einen Apfel?“, fragt Tahn. Bei Tahn überrascht mich diese Frage nicht, allerdings hat er nicht mich gefragt, sondern Athis…
Ich sehe, wie mein Vater leicht die Augen verdreht, aber freundlich bleibt.
„Njet, Tahn, habe ich immer noch keinen Apfel für dich.“, antwortet er. Ich seufze. Oh je. Hat Tahn ihn etwa schon öfter danach gefragt?
Auch Tahn seufzt. „Aber wir haben doch einen großen Baum gefällt?!“, widerspricht er und lässt die Schultern hängen.
„Weißt du was, Tahn?“, sage ich und gehe auf ihn zu. Irgendwie fällt es mir schwer, aber ich möchte ihn nicht so traurig sehen. „Kannst du noch einen Apfel haben! Hast du gute, große Baum gefällt, eh?“
„Ja?“, fragt er und schaut mich mit großen Augen an. Es wirkt fast so, als würden seine Augen leuchten.
„Da, Tahn. Dann wir gehen morgen runter nach Bärenfels, bringen Holz weg und holen neue Äpfel. Klingt gut?“, frage ich ihn und weihe ihn damit in den Plan ein.
„Ja, Äpfel sind gut.“, antwortet er und nickt.

„Ah, geht ihr zu Alvaris und Artjom und bringt Holz für große Auftrag?“, mischt sich mein Vater in das Gespräch ein. Stimmt, ich habe ihn noch gar nicht gefragt.
„Da, hatten wir Idee nach Bärenfels zu gehen. Können wir dann auch gejagte Felle verkaufen.“, sage ich.
Mein Vater nickt. „Finde ich gute Idee.“

Ich grabe Tahn einen Apfel aus dem Schnee und stelle fest, dass wir tatsächlich nur noch zwei haben. Auf jeden Fall ist es der passende Zeitpunkt, neue zu besorgen.
Tahn bietet mir – wie immer – seinen Apfel an. „Njet.“, erwidere ich. Immerhin braucht er den Apfel, nicht ich.
Tahn zuckt mit den Schultern und isst seinen Apfel alleine auf.
Es war ein langer Tag und wir legen uns schlafen. Diesmal schlafe ich etwas besser.

Am nächsten Morgen bekommt Tahn sein Apfel-Frühstück. Somit verbleibt nur noch ein einziger Apfel.
Das Holz befindet sich über den Fluss schon auf direktem Wege nach Bärenfels, also müssen wir nur noch die zahlreichen Felle mitnehmen.
„Musst du große Schwert nicht mitnehmen, sondern kannst du helfen tragen Felle.“, schlage ich Tahn vor. Es sind wirklich einige Felle, die ich alleine nicht tragen kann.
„Aber das ist wichtig.“, erwidert er. Ich seufze. „Da, aber ist nicht Gefahr und kommen wir dann auch zurück zu Schwert wenn wir haben Äpfel geholt.“
„Ja? Das ist gut.“, stimmt er nun zu und lässt sein Schwert im Haus.

Meine Mutter kommt zu uns.
„Ah, bist du noch nicht auf Jagd?“, frage ich sie. Mein Vater ist schon vor einer Stunde im Wald verschwunden.
„Njet.“, sagt sie. „Weißt du… Kannst du mir mitbringen etwas aus Bärenfels?“, fragt sie und schaut mich mit erhobener Augenbraue an.
„Da, bringe ich dir mit.“, antworte ich und verstehe nicht, warum sie so einen Hehl darum macht.

Wir verlassen Falkenhain, voll beladen mit diversen Fellen.
Es ist gar nicht so einfach, mit Fellen die Treppe des Turms herabzusteigen. Es dauert etwas länger als sonst, aber dann stehen wir in Bärenfels.

Der Weg führt uns einmal durch Bärenfels in Richtung des Marktes. Hier haben sich wieder viele Händler versammelt.
Ein paar dieser fremden Händler haben bereits ein paar Felle auf ihren Tischen liegen. Als wir uns nähern und sie sehen, was wir mit uns herumtragen, rufen sie und versuchen, auf sich aufmerksam zu machen. Sie wittern offenbar ein gutes Geschäft.
Ein paar der Männer wirken einfach nur geldgierig, ein paar sind freundlicher zu uns. Bei den freundlicheren verkaufen wir unsere Felle und machen uns dann auf den Weg, um einen Obst-Händler zu finden.
Zum Glück können wir uns von dem Geld ein paar Äpfel leisten, sodass wir einige Tage lang etwas Ruhe haben sollten.
Trotzdem gibt es für Tahn nur einen Apfel am Tag!

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