(Hier geht es zu Teil 1)

Ich weiß nicht, wie lange ich schon laufe.
Alles in meinem Körper fühlt sich gefroren an.

Ich spüre nichts außer Schmerz und Angst.
Und Kälte.
Ich muss sie retten.

Zum Glück tragen meine Füße mich weiter.
Odin? Ist das Odin, der mich stärkt?
»Heil dir Odin.«, sage ich, aber meine Stimme klingt so schwach.
Ich bin müde.
Gib nicht auf!

Ein Licht in der Ferne.
Hoffnungsschimmer?
Eine Lichtung.
Voller Grauen bleibe ich stehen, versuche es zumindest.
Es gelingt mir nicht.
Wieder liege ich im kalten Schnee.
So kalt, dass es schon wieder brennt.

Der See

Ein See.
Vor mir liegt ein See, der zugefroren ist.
Und schon sind da wieder diese Bilder.
Der Fuchs, der in den See taucht, obwohl die Eisschicht sehr dick ist.
Die Gestalt auf der anderen Seite des Sees.
Und ich sehe mich – wie fremdgesteuert – auf den See zugehen.
Ich sehe die Arme, die nach mir greifen werden.

Und ich sehe mich nur laufen, laufe aber nicht.
Ich liege im Schnee und meine Beine gehorchen mir nicht.
Da ist immer noch Blut.
Getrocknet? Vielleicht vereist?
Isa.
Ich kann mit Eis heilen.
Kann auch ich selbst durch Eis geheilt werden?

Aber ich darf jetzt nicht schwach sein.
Ich brauche meine Kräfte doch, um meine Familie zu retten.
Vor diesem… Was auch immer es war.

Und obwohl ich nicht vor etwas weglaufe, habe ich das Gefühl, dass mich bald böse Schatten einholen werden.
Ganz so, als würde ich verfolgt.

Ich hole tief Luft, öffne meinen Mund und schreie.
Ich schreie meine Schmerzen, meine Angst heraus.
Und dann stehe ich auf.
Ich stehe auf, kehre dem See den Rücken zu.
Kehre den Bildern in meinem Kopf den Rücken zu.
Und ich renne.
Renne weiter und weiter und vergesse die  Schmerzen, die Angst und die Kälte.
Ich muss zu ihnen.
Ich muss sie retten.
Koste es, was es wolle.


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