Ich stehe in der Kombüse.
Von hier aus kann ich die Glasenuhr sehen. Nicht mehr lange und die achte Glase der Vormittagswache würde beginnen.
Für die Mannschaft bedeutet das Wachenwechsel.
Für mich vielmehr: „Das Essen muss fertig sein.“

Vor mir im Topf brutzelt es. Doch das Essen ist es nicht, sondern viel wichtiger.

Die Mannschaft würde Fisch zum Essen bekommen. Mit einer Banane pro Mann. Skorbut konnte ich nicht gebrauchen. Praktisch, wenn man Smutje und Schiffsärztin gleichzeitig ist.
Da lässt sich Arbeit ganz einfach vermeiden. Richtiges Essen.
Die richtigen Zutaten…

„Was macht ein Seemann wenn er durstig ist? Was macht ein Seemann dann?“, singe ich vor mich hin.
Nicht schön, aber laut. Es ist mir egal. Blitz stört es nicht.
Er beschwerte sich zumindest nicht.
„Dann trinkt er Rum so viel wie er nur trinken kann.“, singe ich weiter und schnappe mir eine Glasflasche.
Natürlich ist Rum darin.
Zwar nicht „so viel, wie ich nur trinken kann“, aber immerhin.

Im Topf vor mir brutzelt es weiterhin.
Nicht mehr lange bis zum Wachenwechsel.
Das Essen für die Mannschaft ist fertig – lange schon.
Nur mein Gebräu noch nicht.
Vielleicht das legendäre Rezept für den perfekten Grog – vielleicht.
Blitz klammert an meinem Gürtel. Scheint gemütlich zu sein.

Es brutzelt stärker.
Ich öffnet ein kleines Glasgefäß in dem sich schwarzes Pulver befindet.
In dem Glas daneben liegen dunkle Bohnen – das Urmaterial des Pulvers. Wenn man es mit Wasser kocht, schmeckt es lecker und macht wach. So viel zur Theorie.
Soll der perfekte Grog wach machen?
Bestimmt.
„Es gibt nur Wasser, Wasser, Wasser überall.“, beginne ich zu singen, während ich beherzt das schwarze Pulver in den Topf gebe.
„Doch wir haben nichts zu trinken.“, setze ich fort.
Es brutzelt stärker.
„Es gibt nur Wasser, Wasser, Wasser überall.“
Dann zischt es.
Acht Doppelschläge erklingen.
„Auf der Back ist alles wohl!“, ertönt es – gefolgt von einem lauten Knall.
„Und das Schiff droht zu versinken.“


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