Was ist das für eine Wolke und was bedeutet sie für das Wetter?
Innerhalb der Waldläufer-Charaktere sind Berufe wie Jäger oder Fallensteller sehr beliebt. Und abgesehen von diesen speziellen Berufen ist es natürlich auch als Waldläufer allgemein ganz praktisch, wenn man sich im Wald und auf den Wiesen auskennt.
Ich habe mich in meiner Kindheit oft mit Wäldern beschäftigt, das Ganze leider über die Jugend wieder vergessen und schlussendlich für meinen LARP-Charakter Anastasya benötigt.
Falls ihr also einen Waldläufer-Charakter spielt oder spielen wollt oder einfach so Lust habt, ein bisschen was über Wälder, Wiesen und Tiere zu lernen, dann verfolgt einfach meine Waldläufer Info Reihe zu diesen Themen.
Wolken – für die meisten von uns sind sie einfach da.
Wenn sie besonders dunkel sind, wissen wir auch, dass wahrscheinlich Regen oder Gewitter bevorstehen wird.
Aber kennt ihr verschiedene Wolkentypen?
Wisst ihr, dass wir viel mehr Rückschlüsse auf das Wetter anhand von Wolken ziehen können?
Vermutlich nicht – ist ja auch absolut verständlich.
Durch meine Gleitschirm-Ausbildung vor fünf Jahren habe ich mich zwangsläufig mit Wetter und Wolken beschäftigt… Es war sogar ein Teil der Abschlussprüfung nur über Meteorologie. Und ich bin bis heute beeindruckt, wie interessant Wolken sein können.
Ein paar nützliche Informationen dazu würde ich also gerne mit euch teilen.
Beim Gleitschirmfliegen helfen uns die Wolken, eventuelle Gefahren durch das Wetter früh genug zu erkennen.
Vor allem in den Bergen kann sich das Wetter total schnell verändern und wenn wir uns bei einem Gewitter noch in der Luft befinden, kann das sehr schnell sehr gefährlich werden.
Aber auch für unsere LARP-Charaktere ist es eine gute Sache, die Wetterlage einschätzen zu können und sich so auf eventuelle Regenfälle, Gewitter oder ähnliches einzustellen.
So kann beispielsweise früh genug ein Unterschlupf gefunden oder gebaut werden… Zumindest in der Theorie.
Und da unsere Charaktere theoretisch out-time auch oft in Wäldern unterwegs sind (und da teilweise sogar übernachten) ergibt es ja Sinn, dieses Wissen als Charakter auch zeigen zu können.
Zwei Wolkenarten
Grundsätzlich können wir erstmal zwei verschiedene Arten von Wolken unterscheiden.
Fürs LARP sind die Fachbegriffe der Wolken zwar nur bedingt nützlich, aber der Vollständigkeit halber schreibe ich sie dazu.
1. Cumulus – Haufenwolken-Art
Viele kennen diese Wolkenart auch als “Schäfchenwolke”.
Generell handelt es sich um eine strukturierte Wolkenform mit klar erkennbaren Umrissen.

2. Stratus – Schichtwolken-Art
Im Gegensatz zu den Haufenwolken können wir bei dieser Wolkenart keine klare Struktur erkennen.
Sie wirken eher wie eine Art Wolkenschleier ohne erkennbare Grenzen.

Allerdings gibt es von diesen zwei Wolkenarten noch weitere Unterarten… Diese können wir anhand ihrer Höhe einordnen.
Nutzen wir sowohl Höhe als auch Form der Wolke, können wir viel besser einschätzen, wie das Wetter wird. Erwartet uns Regen? Oder sogar ein Gewitter?
Hohe Wolken (>6000 Meter)
In der luftigen Höhe von mehr als 6000 Metern bilden sich Wolken, die aus Eis bestehen.
1. Cirrus (Federwolke)
Wenn ihr in den Himmel schaut und dort Wolken erkennt, die aussehen wie vereinzelte Federn, so handelt es sich um sogenannte “Cirren”.
Eine Cirrus-Wolke besteht aus Eiskristallen und entsteht in einer Höhe von 6000 – 10000 Metern… In dieser Höhe können Temperaturen bis -50°C herrschen.
Dass diese Wolken so “zerrissen” aussehen, liegt daran, dass sie sich mit Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern über den Himmel bewegen.
Diese dünnen Wolken lassen viel Sonnenlicht durchscheinen und sorgen somit für einen starken Treibhaus-Effekt auf der Erde.
Sehen wir vereinzelte Cirren, die eher parallel und streifenförmig auftauchen, so deutet das auf eine Beruhigung des Wetters hin.
Ziehen die Cirren allerdings vermehrt als eine Art “Feld” auf, so naht eine Warmfront, die vermutlich Regen bringt.

2. Cirrostratus
Diese Wolkenart können wir auch als sogenannte Schleierwolke bezeichnen.
Die Cirrostrati bestehen aus Eiskristallen und sehen aus wie langgezogene, durchscheinende Schleier.
Meist bedecken sie den gesamten Himmel und legen sich vor die Sonne.
Spätestens 36 Stunden nach ihrer Entstehung können wir mit Regen rechnen.

3. Cirrocumulus
Die Cirrocumulus-Wolke ist dünn, klein und weiß.
Genau wie die Cirrostratus-Wolke besteht auch sie aus Eiskristallen.
Allerdings bringt die Cirrocumulus-Wolke nicht nur Regen, sondern meist auch kräftiges Gewitter.
Mittelhohe Wolken (3000- 6000 Meter)
Etwas niedriger – nämlich zwischen 3000 und 6000 Metern – befinden sich die “mittelhohen” Wolken, die auch mit der Vorsilbe “Alto-” betitelt werden.
Altocumulus
Die Altocumulus-Wolke ist weiß oder grau und oft wellen- oder flockenförmig.
Sie besteht aus kleinen Wassertröpfchen und verspricht meist beständiges Wetter.
Türmen sich allerdings mehrere Altocumulus-Wolken auf, so steht Regen bevor. Dies ist vor allem im Sommer der Fall.

Altostratus
Die Altostratus-Wolke ist blau-grau und sehr verdichtet.
Eine klare Struktur lässt sich nicht erkennen und meist dehnen sich diese Wolken über sehr große Bereiche aus.
Die Entstehung dieser Wolken kündigt heftige Regen- oder Schneefälle an. Mehrere Altostrati können sich so weit verdichten, dass die Sonne hinter ihnen nicht mehr sichtbar ist. So entsteht im Himmel eine graue Wolkendecke.

Tiefe Wolken
Als letztes gibt es die “tiefen” Wolken in einer Höhe bis 3000 Metern. Ihre Vorsilbe lautet “Strato-“.
Stratocumulus
Die Stratocumulus-Wolken sind grau oder weiß und bestehen entweder aus Regentröpfchen oder aus Schneekristallen.
Im Winter stehen diese Wolken für eine Wetterverbesserung, allerdings wird diese Wolkenart häufig mit der Cumulus-Wolke verwechselt.
Wenn sich die Stratocumulus-Wolken dick und tief ausdehnen, haben sie einen abkühlenden Effekt auf das Klima, weil die das Sonnenlicht reflektieren.

Stratus
Die “einfachen” Stratus-Wolken hatten wir ja am Anfang schon mal.
Sie bilden eine graue Wolkenschicht und kündigen in der Regel schlechtes Wetter an.
Meist sind die einzelnen Wolken tief und ausgedehnt. Sie enthalten viel Wasser, spenden dadurch Schatten und sorgen für kühles Klima.

Cumulus
Die Cumulus- oder “Schäfchen”-Wolke ist eine dichte Wasserwolke, bei der die Grenzen klar erkennbar sind.
Scheint die Sonne, so ist die Oberseite der Wolke weiß. Die Unterseite ist deutlich dunkler.
Wenn diese Wolken mittags entstehen und sich gegen Abend wieder auflösen, so bedeutet das, dass das Wetter schön bleibt.
Entstehen diese Wolken allerdings morgens oder abends, so kündigen sie schlechtes Wetter an.

Sonstige Wolkenarten
Abschließend gibt es noch zwei Wolkenformen, die in allen Höhen vorkommen können.
Nimbostratus
Die Nimbostratus-Wolken sind graue Schnee- oder Regenwolken.
Meist nehmen sie den gesamten Horizont ein.
Die Unterseite dieser Wolken ist ziemlich dunkel, da die großen Regentropfen innerhalb der Wolken kaum einen Sonnenstrahl durchlassen.
Die Nimostratus-Wolken kündigen Regen an.

Cumulonimbus
Cumulonimbus-Wolken bilden die wohl interessanteste Wolkenform.
Diese Wolken türmen sich nämlich bis zu zehn Kilometer auf. Dabei entstehen oftmals Formen, die an einen Amboss erinnern können.
Sie enthalten viel Wasser und sorgen für heftige Gewitter, daher sind diese Wolken auch als klassische “Gewitterwolken” bekannt.
Übung macht den Meister
Genau wie beim Erkennen von Tierspuren oder beim Orientieren erfordert auch die Zuordnung der Wolken etwas Übung.
Am Anfang kann es schwierig sein, verschiedene Unterarten von Cumulus oder Stratus auseinander zu halten.
Ich suche mir jetzt ein paar Bilder zu Wolken heraus und errate die Art… Einfacher ist es natürlich, wenn ihr die Wolken und ihre Entwicklung “live” beobachten könnt… Falls sich die Wolke früh auflöst oder später zu einem Türmchen entwickelt, dann wisst ihr sofort Bescheid, worum es sich handeln kann.
Beispiel-Wolke 1:

Klar erkennbare Wolkengrenzen, “Schäfchen”-ähnliche Form…
Zumindest die “Überart” der Wolke ist einfach zu bestimmen: Es handelt sich um eine Cumulus-Wolke.
Aber woran erkennen wir jetzt, um welche Unterart es sich handelt?
Die Wolke an sich wirkt recht tief, sodass es sich nicht um eine Cirrocumulus handeln kann. Das können wir auch an der recht “stabilen” Form der Wolke erkennen – Cirrocumuli sind aufgrund der hohen Geschwindigkeiten ziemlich “zerrissen”.
Auch für eine Altocumulus-Wolke ist diese Wolke hier zu “ganz”.
Bleibt noch die Cumulonimbus- oder die Cumulo-Wolke übrig.
Da sich die Wolke wirklich weit nach oben auftürmt, können es in diesem Fall tatsächlich beide Wolken sein…
Wir können also mit Gewitter und/oder Regen rechnen.
Beispiel-Wolke 2

Hier können wir eindeutig die federförmigen, vereinzelten Wolken erkennen… Es handelt sich also um Cirren.
Da sie nicht als Wolkenfeld, sondern vereinzelt und mehr oder weniger “parallel” auftreten, können wir davon ausgehen, dass diese Cirren für eine Wetterverbesserung stehen.
Das war mein Beitrag zu den “grundsätzlichen” Wolkenarten.
Mit ein bisschen Übung kann diese Fähigkeit nicht nur im LARP nützlich sein.
Viel Spaß beim Ausprobieren!
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