Oder auch: Wieso muss man anderen das Spiel kaputt machen?

Jeder kennt sie – fast jeder spricht negativ darüber: Die OT-Blasen.
Trifft man sich nach zwei, drei Monaten zufällig auf einer Taverne oder Con wieder, dann muss natürlich erst einmal gequatscht werden.
Leider, leider meinen dann die meisten, dass es nicht ausreiche, seine Themen IT-tauglich zu verpacken.
Und leider stellen die meisten dann beim OT-Quatschen nicht fest, dass sie zwei entscheidende Dinge bewirken:
1. Es werden immer mehr Leute in ihre “OT-Blase” reingezogen, weil sie sich am Gespräch beteiligen wollen.
2. Alle Spieler und NSCs drum herum werden aus ihrer Rolle gerissen – ob sie wollen oder nicht.

Ein trauriges Beispiel:
Der von einem Dämon besessene Reisegefährte eines Spielers soll einem Exorzismus unterworfen werden, damit der Dämon, der ihn dazu bringt, die Reisegefährtin töten zu wollen, verschwindet. Ein Paladin zieht den Besessenen in eine Hütte, um keinen der umliegenden Personen zu gefährden. Und beginnt mit dem Exorzismus. Aus der Hütte hört man ein leises Murmeln, gefolgt von lauten Schreien (die des Besessenen).
Die Reisegefährtin erleidet furchtbare Ängste und geht mit zunehmenden Schreien ihres Gefährten an der Hütte in die Knie. Das Schluchzen wird lauter und lauter und sie schreit und bittet darum, dass sie damit aufhören; dass sie aufhören, ihn so zu quälen.

Eine schöne Szene… Wenn da nicht der Ordensbruder des Paladins gewesen wäre, der vor der Hütte stand und sie bewachte. Und OT mit dem Chaoskrieger redete. Über triviale Dinge wie Autos.
Das Ende vom Lied:
Die Reisegefährtin wurde kaum beachtet und auch der Exorzismus konnte kaum gewürdigt werden, weil die OT-Blase vor der Hütte einfach das komplette Feeling zerstört hat.
Und auch die Mühen der darstellerischen Leistung der besorgten Reisegefährtin oder die Mühen des Besessenen, voll Schmerzen zu schreien, gingen unter.

Wie umgeht man eine solche Situation?

Wenn ihr euch wirklich OT mit jemandem unterhalten wollt, dann bittet die betreffenden Personen doch einfach irgendwohin, wo ihr weder in Sicht- noch in Hörweite anderer Spieler seid.

Ansonsten kann man solche Gespräche auch gut auf “Nach der Con” oder “Nach der Taverne” legen. Die Personen sind ja nicht im Nirvana verschwunden sobald die Convention vorbei ist.

Eine andere Möglichkeit ist natürlich, die Themen IT-tauglich zu formulieren.
Wollt ihr beispielsweise über eine vergangene Con reden, dann nutzt doch einfach so etwas: “Vor einigen Monden habe ich auf meiner Reise diese Burg gesichtet und da ich ohnehin sehr müde war, habe ich um Einlass gebeten. Es war ein recht schöner Ort, doch wie aus dem Nichts wurden wir von Bestien angegriffen, die von den Bewohnern als ‘Werwölfe’ bezeichnet wurden” – oder Ähnliches.

Mit ein wenig Kreativität lassen sich nahezu alle Themen irgendwie ins IT bringen.
Und wenn doch nicht – dann lasst es doch bitte für die Zeit der Veranstaltung. Es ist so schade, dass so viel Spiel untergeht, nur weil jemand meint, über die Pfannkuchen-Back-Versuche des Vaters quatschen zu müssen. [Erlebnis leider nicht frei erfunden]

Ich verstehe ja auch, dass OT-Telling an der ein oder anderen Stelle wichtig ist. (Der Heiler dreht eine ohnmächtige Bogenschützin um, um sie auf den Rücken zu drehen, und dreht sie ohne es zu wissen direkt auf den Köcher – hier einmal kurz “Moment, meine Pfeile” zu sagen, um dann wieder ohnmächtig zu spielen, ist natürlich in Ordnung, um die Pfeile zu retten).

Aber alles, was zu Gesprächen und wilden OT-Diskussionen führt, braucht doch auf einer LARP-Convention niemand, oder?

Vor allem, wenn die entstehenden OT-Gespräche zu tatsächlichen OT Blasen werden, die immer mehr Leute einkreisen. Das ist im Endeffekt einfach nur nervig und unnötig.

Fazit

Also hier noch einmal ein kleiner Appell: Versucht, eure OT-Gespräche gegen Null zu halten und wenn es doch mal sein muss, dann zieht euch mit dem Gesprächspartner zurück, um die Gefahr von OT Blasen zu vermeiden.


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