The Killing Tree.

Eine Con mit klassischer Horrorgeschichte, veranstaltet von der Twilight Orga.

Diesmal waren wir zum aller ersten Mal als NSC-Gruppe bei einer Veranstaltung der Twilight Orga.

Dieses Con-Review von “The Killing Tree” wird etwas anders ausfallen. Das liegt daran, dass der Plot auch für die folgenden Cons der Twilight-Orga relevant ist. Da ich nicht “spoilern” möchte, halte ich mich beim Schreiben über den Plot sehr zurück.

Con-Bewertung

Gelände:5 out of 5 stars
Plot:4.5 out of 5 stars
Spieler:4 out of 5 stars
Mit-NSCs:5 out of 5 stars
Spielleitung und Orga:5 out of 5 stars
Stimmung:5 out of 5 stars

Gelände

“The Killing Tree” fand auf Burg Bilstein in Lennestadt statt. Für mich also ein “Heimspiel”, da die Burg nur etwa 15 Kilometer von meinem Zuhause entfernt ist.

Das Con-Gelände ist ziemlich perfekt:
Es gibt einen riesigen Wald, der sich bespielen lässt.
Die Burg ist groß und bietet auch auf dem eigenen Burg-Gelände viele Möglichkeiten für Kämpfe und Plot-Inhalte.
Außerdem ist die Taverne sehr groß und bietet Platz für wirklich viele Personen, was ja beispielsweise auf der Freusburg eher schwierig ist.

Normalerweise beschreibe ich jetzt, was die Twilight-Orga aus dem Gelände gemacht hat, aber da ich diesmal als NSC unterwegs war, möchte ich ungern den Plot spoilern.

Plot

Und trotzdem gibt es hier nun den Abschnitt “Plot”.
Ich werde nicht spoilern, keine Sorge. Stattdessen folgt hier nun eine Art Nacherzählung der Tage inklusive meiner Eindrücke.

Freitag

Anreise

Unsere Planung für die Con lief gar nicht gut.
Ursprünglich hatten wir die Idee, die jungen Seelen zu spielen, doch irgendwie kam es bei Absprachen mit dem betreffenden Spielleiter zu diversen Missverständnissen.
Am Ende wussten wir nicht, was wir nun überhaupt mitbringen sollten und konnten uns nicht so richtig vorbereiten.

Das führte dazu, dass ich bei der Anreise ultra nervös war und nicht recht wusste, was jetzt auf mich wartet.
Ich fand es sehr schade, dass die Absprache so schlecht verlief, aber das lag nicht an den Spielleitern selbst – also zumindest nicht an allen.
Ich will auch niemanden schlecht machen, aber es ist einfach schade, dass es so doof gelaufen ist.

Die Anreise selbst verlief dann super. Ich habe mich total gefreut, dass wir alle gemeinsam auf ein 8er Zimmer gelegt wurden.
So war die achtköpfige Truppe zusammen – das konnte nur spaßig werden.

Bald folgte die erste NSC-Besprechung.
Ich muss schon sagen, dass es ein seltsames Gefühl ist, wenn man zum ersten Mal dabei ist und gar nicht recht weiß, was einen erwartet.

Aber all meine Zweifel wurden super schnell zerstreut, die Besprechung war total super und ich freute mich schon darauf, endlich anzufangen.

Der geplante Plotablauf wurde dabei nochmal kurz umrissen. So waren alle NSCs grob auf dem gleichen Stand und die übrige Planung konnte beginnen.

Ich fand es sehr schön, dass immer nur die “nächsten Schritte” besprochen wurden, da der Rest natürlich variabel und abhängig von den Spielern war.
Mich begeistert eine solche Planung immer sehr, da sie den Spielern ultimativ viele Möglichkeiten offen lässt.

Allerdings ist es auf der anderen Seite natürlich total stressig für Spielleitung und NSCs.

Nichtsdestotrotz war ich bei der Besprechung hochmotiviert.
Die kurze Erklärung von Vincent zum Thema “Kampf im LARP” hat mich sehr erheitert, weil er die Spieler so schön mit Hyperbeln charakterisiert hat. Großartig.
Eine gute, sinnvolle Besprechung, die dabei noch unterhaltsam ist. Was will man mehr?

Akt 1: Exekutoren

Die erste Rolle wurde besprochen: Die Rolle der Exekutoren.
Uns wurde Robe, Henkersmaske und Gürtel bereit gestellt.
Der grobe Ablauf hieß: Geordnet hinlaufen, Person köpfen, Leiche zerteilen, Teile verbrennen, Asche im Wald verstreuen.

Und da diese Exekutoren das tagtäglich tun, musste das natürlich auch wirken, als würden wir den ganzen Tag nichts Anderes tun.

Wir trafen uns auf dem Parkplatz, verteilten die Fackeln an alle und legten die Rollen fest: Welche Gruppe trägt die Person, welche Gruppe zerteilt die Leiche, welche verbrennt die Asche und wer verstreut die Asche im Wald?

Da der “zweite Akt” schon mit der SL besprochen war, beschloss unsere Gruppe, die “Asche-Im-Wald-Verteiler” darzustellen.
Wir stellten uns nach ganz hinten…
Dann das erste Problem: Wie erkennen wir uns wieder, wenn wir zu der Asche laufen sollen?
Schließlich sehen alle Exekutoren gleich aus.
Und durch die kleinen Schlitze der Henkersmaske konnte man wirklich wenig sehen.

“Wir finden uns schon.”, lautete dann die allgemeine Abstimmung. Oh je oh je, Nervosität lass nach.

Ein bisschen Wartezeit, dann ging es los.

Für die Spieler muss es mit Sicherheit episch ausgesehen haben… Gut 40 Exekutoren, die gemeinsam in die Burg einmarschieren…

Die Schritte “Köpfen, Zerteilen, Verbrennen” wurden erfolgreich durchgeführt. Das sah echt cool aus, da hat die Orga wirklich hervorragend vorbereitet!

Dann kam das “Asche einsammeln und verteilen”. Also unsere Aufgabe.
Vollkommen improvisiert, denn wir sind hier ja nicht beim Theater.

Das Ergebnis: Wir wussten nicht, wo die Urnen waren und improvisierten gemeinschaftlich, die Asche einfach in der Hand zu tragen. Sah sicher seltsam aus, funktionierte aber.

Wir verteilten uns (und die Asche) im Wald. Dann ging es zurück.
Am Richtplatz war alles wieder sauber, also liefen wir zurück ins Zimmer.
Puh. Erste Hürde geschafft.

Akt 2: Untote

Schnell zogen wir uns um.
Diesmal hatte ich sogar Knieschoner dabei, also würde mich kein Krankenwagen aus dem Verkehr ziehen. Super!

Dann noch Gambeson und Beinschienen an, andere Gugel auf und das Jute-Oberteil von Yemek an und es konnte losgehen. Ach halt! Die Untotenmaske (die uns auch von der Orga geliehen wurde) fehlt noch!

Alles zurecht ziehen. Blick in den Spiegel – passt!

Natürlich hatten wir nebenbei auch noch echt bescheuerte und lustige Momente auf dem Zimmer – danke dafür nochmal an meine Gruppe.

Und los ging es nach draußen. Treffpunkt für die Kampf-Besprechung.

Zuerst hatte ich wieder Sorge: Wird das klappen? Da ich klein bin ist kämpfen immer so ne Sache…
Eine sehr gute Freundin hat mir für den Kampf ihr Schild geliehen. Oh ja. Doch. Das kann nur gut werden.

Die Ansprache von Vincent war total super, irgendwie schafft er es, die NSCs total zu motivieren und dabei noch richtig unterhaltsam zu sein.

Wir sollten natürlich ganz nach Untoten-Manier “schlurfen”. Und das haben wir auch gemacht.

Erste Welle. Reinschlurfen. Angreifen… Und – Kopftreffer auf mich.
Verdammt!

Sofort fühlte ich mich ans Zeit der Legenden erinnert, wo mich diverse Kopftreffer nachher aus den Schlachten gezogen haben. Ich hab aber auch immer ein Pech!

Egal. Kopf blutet nicht, ich fühlte mich nicht komisch, also gings wieder rein. Nächste Welle.

Die übrigen Wellen verliefen zum Glück einigermaßen in Ordnung, ich bekam nur die üblichen Treffer ab, warf mich elegant auf die Knieschoner beim “Sterben” und rannte raus, um wieder rein zu dürfen. Schöne Sache.

Irgendwann kam dann die Info von Vincent, dass wir leider aufhören müssen, um nicht die Nachbarschaft und schlussendlich die Polizei mit unserer Lautstärke heraufzubeschwören.

Das war schade, aber wir wussten ja, dass es am nächsten Tag wieder in den Kampf gehen würde.

Akt 3: Junge Seelen… Magier?

Nach dem Kampf wurde an Ort und Stelle der weitere Ablauf besprochen.
Dolch steckt im Baum, junge Seelen werden herauströpfeln, Baumavatar… Ich gehe nicht ins Detail.

Jedenfalls hieß das eigentlich für unsere Gruppe: Jetzt kommt der Teil, auf den wir uns vorbereiten wollten, uns aber leider Informationen fehlten.
Gut. Also improvisieren?

Im Zimmer herrschte Unmut, ein paar waren schon raus, um sich schminken zu lassen.
Wir konnten uns nicht wirklich vorstellen, was nun zu tun war.

Dann kam quasi unsere Rettung: Vincent lief durch das NSC-Haus und suchte zwei Magier für eine der Ebenenräume.
Kurze Erklärung hierzu:
Der Baumavatar des “Killing Tree” konnte Spieler in eine Art Visionszustand bringen, bei dem sie die Vergehen der alten Seelen (die hingerichteten Seelen im Baum) sehen.

Ein paar Gespräche und ein Besuch im Keller später waren wir zwei Magier in Robe, die einen Kobold davon abhalten mussten, ein weiteres Baby zu fressen.
So viel zur Theorie.

Oliver führte uns in den Raum und wir redeten mit dem Kobold (der sich als unser Zimmernachbar herausstellte) und dem Soldaten (der zu unserer Gruppe gehörte) über den Ablauf.

Wir mussten das Wissen um einen Plotgegenstand unter die Spielerschaft bringen.

Der Raum war total beeindruckend gestaltet.
In der Mitte stand ein großer Kessel, schräg dahinter ein Regal mit unzähligen Menschenschädeln.
Eine magische Barriere trennte uns von dem Kobold, der ein Baby in den Armen hielt, um es später in den Kessel zu werfen.

Die Mischung der Lichter aus Rot und Grün machten das Ganze noch bedrohlicher.
Dazu erklang im Hintergrund düstere Musik, gepaart mit dem Weinen eines Babys.
Ich bekam selbst Gänsehaut.

Die ganze Sequenz wurde jeweils für einen Spieler durchgespielt. Der Spieler konnte mit allem im Raum interagieren (inklusive uns), wusste aber nicht, was genau seine Aufgabe war.

Mit jedem Durchspielen der Sequenz wurden wir besser.
Meine vorherige Nervosität verflog, ich versprach mich kein einziges Mal und wir harmonierten als Vierergruppe immer besser miteinander.

Die Reaktionen der einzelnen Spieler waren total unterschiedlich – und das war total interessant!

Nach etwa fünfzehn Durchläufen mussten wir aufhören, weil der Raum für das nächste Szenario vorbereitet wurde.
Danke an alle Spieler, die bei uns im Raum waren. Es hat total viel Spaß gemacht!

Akt 4: Die Dämonin

Mittlerweile war es schon 2 Uhr morgens und wir liefen glücklich zurück ins Zimmer.
Von Müdigkeit war keine Spur.

Doch was nun?
Wir überlegten, einfach als Bauern nach draußen zu gehen. Die anderen “wichtigen” Rollen waren offenbar alle bereits besetzt.
Also zogen wir uns um und wollten raus.

Im Flur sind wir wieder Vincent begegnet, ich hab mich total euphorisch für die Rolle bedankt, die er uns ermöglicht hat.
Und seine Antwort war: Wollt ihr nochmal?

YES!

Rein ins Zimmer, wieder umziehen, ab in den nächsten Raum.

Ein größerer Raum und schon beim Eintreten bekam ich Gänsehaut.
Düstere Musik, rotes Licht gemischt mit Strobo-Licht, ansonsten Dunkelheit.
Und eine… Frau. Mit Hörnern. Und riesigen Flügeln auf dem Rücken…
Sie stand in einer Art Bannkreis. Drumherum waren leuchtende Schriftzeichen.
Und sie sah uns mit einem Todesblick an – dabei waren wir doch weder In-Time, noch SCs.

Woah. Das hat mich schwer beeindruckt.

Auch in diesem Raum galt es, den Spielern die Lösung des späteren Plots näherzubringen.
Es ging nicht darum, etwas physikalisch mitzunehmen, sondern eher darum, etwas zu verstehen.

Das Spiel hier war sehr intensiv, denn die Dämonin war sehr, sehr sauer.
Sie schrie uns an, beschimpfte meine Magierin als Schlampe, zog sie hoch, riss ihr das Herz heraus oder biss ihr in den Hals.

Beinahe jeder Durchlauf endete damit, dass ich schreiend zu Boden ging und dort verendete.
Der andere Magier musste es fast jedes Mal allein zu Ende bringen und die Dämonin verbannen.
Das war großartig und so wunderbar gespielt!
Vielen Dank an euch, vielen Dank auch an die Spieler, die dort bei uns waren!

Dann hieß es auf einmal “es kommt kein Spieler mehr”.
Und warum?
Na ja, es war bereits halb vier und die meisten Spieler waren nun wohl im Bett.
Schade, dabei war es gerade so spaßig.

Dann dachte ich darüber nach, dass ich ja um vier schon aufgestanden war, um zur Arbeit zu fahren. Fast 24 Stunden wach… Also doch mal duschen und ins Bett. Der nächste Tag würde anstrengend genug werden.

Samstag

NSC-Besprechung

Beim Frühstück folgte dann die zweite NSC-Besprechung.
“Nach der Besprechung zügig für die nächste Schlacht fertig machen.”, hieß es.
Danach gab es wieder verschiedene Rollen, die noch besetzt werden mussten.
Darunter auch wieder ein paar Ebenenräume, doch wir beschlossen, jetzt endlich eine Gruppen-Rolle zu machen.

Da kam uns das Angebot der Räubergruppe im Wald total gelegen. Ich liebe es, Räuber zu spielen!

Wir meldeten uns… Und leider nicht nur wir, sondern der gesamte Raum.
Scheinbar lieben alle es, Räuber zu spielen.

Doch es sollte keine allzu große Gruppe werden.
Wie schade, dachte ich mir schon.
Und dann fiel die Wahl der Spielleitung auf uns. Hurra! Wir durften Räuber spielen und Spieler im Wald ärgern!

Danach war die Abreise der Exekutoren geplant, dazu sollten alle NSCs sich wieder in die Exekutoren-Klamotten werfen.

So viel zur Theorie. Wir gingen zurück auf unsere Zimmer und bereiteten uns auf den Kampf vor.

Mir wurde das Schild noch einmal geliehen (DANKE!), ich rüstete mich mit Knieschonern, Gambeson, Gugel und Maske aus und ging los.

Akt 5: Schlacht am Morgen

Nach einer motivierenden Ansprache von unserer Lieblings-Kampf-SL Vincent schlurften wir in Richtung Burg.
Diesmal durften wir auch versuchen, die Burg selbst einzunehmen und so beschlossen wir, lieber dem Weg nach oben zu folgen.
Ich selbst mag lieber Interaktion mit weniger Spielern, dafür aber umso intensiver. Und so ist es auch bei Kämpfen.

Schön nach oben schlurfen, dabei immer wie ein Untoter hin- und herschwanken. Das Konzept hatte ich irgendwann raus.

Erste Welle, auf zu den Spielern, die den Weg zur eigentlichen Burg beschützen wollten.
Bam. Kopftreffer auf mich.
Zurück.
Wie oft soll das noch passieren?

Diesmal ging der Treffer ganz knapp am Auge vorbei und es tat schon ordentlich weh.
Kurz ausruhen…
Aber ich war zu motiviert… Zu ernergiegeladen!
Also weiter in den Kampf.

Gut gemeinter Vorschlag aus der Gruppe: Pack das Schild weg, sonst treffen sie dich weiter am Kopf.
Stimmt.
Ich bin zu klein, deswegen blieb kaum eine Angriffsfläche als der Kopf. Ganz instinktiv.

Gut, also das Schild weg und mit zwei Waffen kämpfen. Genau wie Anastasya. Normalerweise funktioniert das ja.
Leider geht der Trend momentan in Richtung “Speer und Stangenwaffe”. Und als Untoter kann man da nicht drum herum laufen.

Die Taktik “Treffen lassen, auf die Knie fallen und von dort aus die Beine treffen” hat sich etabliert, wurde aber schnell langweilig, weil gerade meine “Opfer” oft nicht ausgespielt haben.

Gut, dann eben anders.
Die ersten Treffer ignorieren, weiter auf die Spieler zugehen, hauen und down gehen. Ja. Das war schon lustiger. Aber auch hier wurde leider wirklich wenig ausgespielt.
Nun gut.

Der Kampf war auch bald vorbei.
Es war Zeit für Räuber-Action.
Das Ganze wurde noch schnell beim Essen im NSC-Raum besprochen. Wir bekamen eine kleine Kiste als Plotgegenstand in die Hand gedrückt. Außerdem noch eine Karte zu drei möglichen Schätzen.

Meine ursprünglich 8-köpfige Räubergruppe wurde etwas größer – wahrscheinlich waren wir nun um die fünfzehn Räuber.

Ich nahm meine Falle und Axt und Kurzschwert mit.
Kurz habe ich am Bogen überlegt, aber falls wir mal durchs Unterholz rennen müssen…?
Lieber nicht.

Da die Spielleitung mir die Kiste in die Hand gedrückt hatte, erklärte ich mich spaßeshalber zum Anführer bzw zum Hauptmann der Gruppe.
Hätte ich gewusst, dass das ernst genommen wird…

Akt 6: Blut, Blut, Räuber saufen Blut

Bei mir kam ein bisschen die Müdigkeit durch, aber Koffein löste das Problem schnell und zuverlässig.

Gemeinsam mit einem Spielleiter ging es in den Wald – Schatz suchen.
Aber wir als Räuber wollten uns natürlich nicht die Hände schmutzig machen.

Im Wald hatten wir innerhalb der Gruppe ziemlich lustiges Rollenspiel und so war der lange Weg durch den großen Wald gar nicht anstrengend.

Wir trafen bald auf die erste Spielergruppe, die den Weg weiter unten entlang lief.
Ganz pflichtbewusst hielten wir uns an unsere Schatzkarte und suchten nach dem ersten Schatz.
Ich sicherte die Stellen immer schön mit der Falle ab während wir suchten.

Wir fanden keine Anhaltspunkte für Schätze, konzentrierten uns aber auch eher darauf, ein paar Spieler für ein bisschen Rollenspiel zu uns zu locken.

Wir trafen bald auf zwei Spieler und fragten sie sofort, ob sie beim Ausgraben helfen wollen. Aber sie flohen ziemlich schnell vor uns.

Wir hatten keine große Lust, hinter ihnen her zu rennen, also beließen wir es dabei und machten uns wieder auf die Suche.
Nach und nach grasten wir die drei verschiedenen Stellen ab, die auf der Schatzkarte eingezeichnet worden waren.
Aber wir fanden keinen Anhaltspunkt für eine mögliche Ausgrabungsstelle.

Bald darauf trafen wir wieder auf die zwei Spieler, die vor uns davon gelaufen waren. Diesmal waren sie aber nicht allein, sondern hatten ein paar weitere Spieler bei sich.

Aus einem Streitgespräch entwickelte sich ein Kampf. Ich ließ mich den Abhang runterrutschen, um die Distanz zu den Spielern zu überbrücken.
Dummerweise spielte einer der Beiden “unbesiegbarer Stoffi” und so hatten wir recht wenig Spaß an diesem Kampf.

Wir zogen uns zurück und beschlossen, andere Spieler zu suchen, die sich auch auf unser Spiel einließen.
Der Spielleiter blieb aufmerksam und vermerkte dieses Vergehen auf der Lebenskarte des Spielers. Bei einer weiteren Verwarnung würde ihm die Lebenskarte entzogen (= Tod).

Die nächste Spielergruppe war interessanter.
Wir schafften es, sie zu einem Gespräch zu bringen.
Ich als “Hauptfrau” lief vor und stand einer anderen Frau gegenüber.
Wir legten beide unsere Waffen ab und stellten uns einander vor. Zum Glück hatte ich mir auf dem Weg durch den Wald ein paar Gedanken über einen Namen gemacht. Namen sind schwierig. Deswegen hieß ich “Elina”. Was solls.

Wir sprachen über die Kiste, sprachen über einen Handel.
Doch die Spieler, die zu ihrer Gruppe gehörten, zogen ihre Waffen und kamen näher.
So wollte ich nicht handeln.
Wir verschwanden wieder.

Innerhalb der Gruppe hatten wir noch den ein oder anderen interessanten Moment im Wald, aber wir trafen auf keine kooperative Spielergruppe mehr.

Die Spielleitung riet uns, uns erstmal aus dem Wald zurückzuziehen.

Intermezzo: Die (nackte) Elfe

Auf dem Weg aus dem Wald trafen wir glücklicherweise auf eine edel gekleidete Elfe, die einsam und verlassen durch den Wald spazierte.
Das Gespräch lief etwa so ab:
“Was machst du denn hier allein im Wald?”
“Ich suche einen Druiden, habt ihr einen gesehen?”
“Nein.”

“Wir meinen natürlich, ja klar. Wenn du uns Kupfer gibst, dann haben wir ihn vielleicht gesehen.”
Sie lacht.
Wir umkreisen sie.

Dann hatte sie keine Chance mehr und wir raubten sie rigoros aus.
Am Ende hatte sie nur noch ihr Kleid und der Spielleiter diente spontan auch noch als Packesel (Entschuldigung! Aber es sah wirklich witzig aus!).
Die Spielerin hat das ganze Spektakel total gut mitgemacht und wir hatten großen Spaß! Danke!

Der Deal war wie folgt: “Bring 3 Freunde mit, die Geld haben und keine scharfen Waffen, sondern nur so Zierwaffen zum Verkaufen. Dazu noch Edelsteine und Schmuck, dann bekommst du deine Sachen wieder.”

Wir ließen sie ziehen und mussten schon bald zurück zur Burg, denn die zweite Schlacht des Tages stand an.

Akt 7: Nehmt die Burg ein!

Kein Mittagessen, denn mit vollem Magen kämpfen ist blöd.

Also schnell die Untoten-Maske angezogen und ab hinter die Burg.

Nach einer kurzen motivierenden Ansprache von Vincent ging es dann auch wieder ins Getümmel. Diesmal sollten wir auch versuchen, die Burg einzunehmen. Aber wir sollten sie “so vorsichtig niederflauschen, dass die Spieler nicht in Panik die ganze Inneneinrichtung zerstören oder nach uns werfen”.

Das klang nach einem Plan.

Wir schlurften so elegant wie ein Untoter eben ist in Richtung Burg.
Nach und nach kämpften wir uns bis auf die Treppe und sollten laut SL Ansage an die Tür klopfen, er würde sie öffnen.

Er öffnete sie nicht und nach etwa fünf Minuten des Klopfens wurden wir von den Spielern niedergemetzelt. Schade. Ich hätte gerne in der Burg gekämpft.

Ein paar Wellen später war der Spaß dann leider auch schon vorbei und es ging zurück in den NSC-Raum. Dort wurde gegessen und der weitere Ablauf geplant. Eigentlich stand für alle “Exekutor” auf dem Plan, aber…

Wir hatten das Glück, dass nun Spieler im Wald waren, um den Schatz zu suchen.
Also durfte unsere Räubergruppe zurück in den Wald – und vielleicht würde die Elfin ja auch wiederkommen und unsere Forderung erfüllen.

Akt 8: Raub und Mord und Überfall sind gut

Schnell wieder in die Räuberklamotten schlüpfen und los. Diesmal ließ ich die Falle aber im Zimmer, denn ich wollte mich im Wald ein bisschen besser bewegen können.

Ab ging es in den Wald.
Als die Spielergruppe näher kam, rettete ich mich zusammen mit zwei weiteren Räuberkollegen in eine Böschung im Wald.
Immerhin hatte ich die eine Kiste dabei und außerdem kannte ich das Versteck von den Klamotten der Elfe.

Und dann sahen wir sie schon – die Elfe.
“Das war aber nicht die Abmachung.”
Na ja, es war ihr egal.
Sie wollten, dass wir herunter kommen.
Aber warum sollten wir?

Sie hatten wohl auch eine Kiste ausgegraben und wollten damit nun handeln.
Aber wir waren nicht blöd – sie wollten uns hintergehen und tauschten den Inhalt der Kiste mit einem Stein (glaube ich).

Wir ließen uns darauf nicht ein.
Die ersten Leute versuchten, uns zu erreichen und ebenfalls die Böschung hochzukrabbeln.
Aber man braucht tatsächlich auch seine Hände, um hoch zu kommen. So verlagert man den Schwerpunkt besser und kippt nicht sofort um oder rutscht…
Jedenfalls kamen Schildträger hoch.
Ich warnte sie kurz OT, wirklich vorsichtig zu sein, damit sie nicht runterrutschen und sich verletzen.
Es war aber in Ordnung für sie und so kamen sie angerannt, rutschten und waren schnell wieder unten. (Sie haben sich nicht verletzt).

Mit dem ein oder anderen kämpfte ich sogar im Wald, er spielte nicht aus bis ich ihm sagte “also die Beine müssten langsam durch sein”.
Kurze Diskussion, dann zog er ab.
Zwar spielte er unten auch nicht aus, aber immerhin war er nicht mehr in Reichweite.

Das nächste Praktische am Wald ist natürlich, dass du sofort hörst, wenn jemand versucht zu dir zu kommen.
Als die Spielergruppe nicht mit uns handeln wollte, beschlossen wir also, zu laufen.
Wir drei rannten einfach durchs dichte Unterholz.
Es dauerte nicht lange, bis sie uns ziehen ließen. Gewonnen!

Aber zufrieden war ich nicht. Ich wollte schließlich die Kiste unter die Leute bringen – aber eben cool und nicht “einfach so”.

Kurze Absprache mit der SL – leider hat die Elfe ihre Klamotten “einfach so” wiederbekommen. Schade. War eine eigenmächtige Entscheidung einer anderen SL. Na ja. Kann man nichts machen.

Wir haben uns alle sehr geärgert, da wir daraus ja echt gutes Spiel generieren wollten. Na ja. Dann eben nicht.

Die nächste Spielergruppe war besser.
Wir flohen erst in den Wald und schlossen uns spontan mit einer weiteren Räubergruppe zusammen, um gegen die potenziellen Feinde agieren zu können.
Doch sie wollten den Handel und boten uns nach einigen Verhandlungen ein Gold und drei Silber. Absolut in Ordnung.

Wir schlossen den Handel ab und gaben ihnen die Kiste. Erfolgreich unter die Leute gebracht!

Da die andere Räubergruppe ebenfalls eine Kiste hatte und sie verkaufte, beschlossen wir, sie anzugreifen.
Wir kämpften und siegten tatsächlich gegen sie.
Aber die Spieler störten sich nicht daran sondern zogen einfach ihres Weges.
Vielen Dank an dieser Stelle an die anderen NSCs. Das hat echt großen Spaß mit euch gemacht.

Danach entschieden wir uns, als große Räubergruppe neu aufzutauchen. So nahmen wir die anderen Räuber-NSCs bei uns auf und zogen weiter durch den Wald. Von ihnen hatten wir übrigens auch noch weitere Plotgegenstände, die es unter die Spieler zu bringen galt.

Mein Rang als Hauptmann blieb bestehen und mit Hilfe eines NSCs aus der “anderen” Räubergruppe fand ich mich langsam in die Rolle ein. Danke für die Hilfe! Deine Hinweise haben mir geholfen, ich bin manchmal ein bisschen zurückhaltend. Aber ich hoffe, ich hab mich trotzdem einigermaßen akzeptabel geschlagen.

Dann aber kam das eigentlich Epische.
Eine Spielergruppe befand sich einige Meter tiefer auf einem Waldweg.
Ich wies meine Gruppe an:
Langsam um die Ecke, um sie nicht aufzuschrecken. Dann Bogenschützen an den Abhang, den Rest links runter schicken.
Sobald die Gruppe ankommt von oben herunter und flankieren.

Der Hang war steil.
Verdammt steil.
Ich sah mich um. Überlegte kurz, ob es ne kluge Idee war. Dann hörte ich auf zu denken und machte einfach.

Meine Gruppe war fast da und ich fing an, den Hang “herunterzusliden”.
Es funktionierte erstaunlich gut.
Die Spieler-Gruppe bemerkte mich erst, als ich auf sie zu rannte und angriff.
Die Blicke waren unbezahlbar.
Ich starb dann zwar relativ schnell und ließ sie meine Plotgegenstände looten, aber es hat verdammt viel Spaß gemacht.

Ich hoffe, dass ihr auch Spaß hattet!

Dann zogen wir uns langsam zurück.
Ich war erschöpft und schon bald war Endschlacht-Zeit.

Also zurück zum Zimmer.

Akt 9: Endschlacht – Schlurfschlacht

Ich hab mich eine Weile im Zimmer ausgeruht. Wir hatten etwa ein bis zwei Stunden Zeit bis zur Schlacht.

Und nach den letzten Stunden voller Action tat es gut, im Zimmer einfach mal ein bisschen Ruhe zu haben.

Dann rückte die Endschlacht näher.
Nervosität. Oh nein.
Ich zog noch eine extra Tunika an, denn es regnete recht stark.

Dann ging es bald nach draußen vor die Mauern.

Die Minuten vor der Endschlacht waren am Schlimmsten.
Ich weiß nicht, warum ich genau dann so nervös wurde.
Bilder in meinem Kopf von einem Krankenwagen oder sogar Leichenwagen. Oh je. Was ist nur los?

Dann gab es bald kein Zurück mehr. Es ging los.
Wir schlurften in den Kampf.
Und… Es war absolut entspannt.
Die Angst wich.
Leider zogen sich die Spieler immer weiter in die Ecken zurück.

Wir wollten sie wieder nach vorne kommen lassen, doch sie spielten das Spielchen nicht mit.

Und schneller als erwartet war die Endschlacht vorbei.

Endschlacht – Was nebenbei geschah

Während wir die Spieler beschäftigten, mussten sich einzelne Spieler den “alten Seelen” aus den Ebenenräumen stellen.
Es galt, das dort gesehene anzuwenden, um sie zu besiegen und zurück in den Baum zu bannen.

Es gelang den Spielern, zwei von sechs Seelen zu bannen (soweit ich das richtig mitbekommen habe).

Was dann noch geschah, weiß ich leider nicht.

Spieler

Als NSC nimmt man die Spieler vollkommen anders wahr…
Das ist einer der wohl krassesten Eindrücke, die man gewinnt, wenn man mal NSC spielt.

Und genau deswegen bin ich diesmal geteilter Meinung.
Es gab total viele coole Spieler, die ganz toll ausgespielt haben und sich auch in das Spiel mit uns NSCs begeben haben.
Das hat mir total großen Spaß gemacht, auch die Sequenzen in den Ebenenrämen waren einfach toll!

Aber dann sieht man wiederum Spieler, die trotz mehrfacher Treffer keine Reaktion zeigen und ihre Verletzungen nicht ausspielen.
Ich frage mich wirklich, warum sie das tun.
Wenn ich als NSC einfach durchrennen würde und mich nicht niederstrecken lassen würde, dann wäre das doch total ätzend und langweilig für alle Beteiligten.
Und genauso ist das andersherum auch.

Ihr sterbt nicht, wenn ihr mal zu Boden geht!
Und Heilerspiel macht total großen Spaß.

Wobei ich dieses neue Feld auf den Lebenskarten wirklich gut finde, damit man solche Extremfälle von Spielern mal ein bisschen “beiseite” nehmen kann.

Denn unbesiegbar ist einfach total langweilig.

Ansonsten danke ich jedem Spieler, der sich auf unser Spiel eingelassen hat, mit uns gekämpft hat oder uns im Kampf gegen den Kobold oder den Dämon unterstützt hat.
Ich hoffe, dass ihr auch ganz viel Spaß hattet!

Es war interessant, so vielen bekannten Gesichtern gegenüberzustehen und zu wissen, dass sie einen selbst gar nicht erkennen (wegen den Untoten-Masken).

Mit-NSCs

Ihr wart toll!

Es ist total interessant, mal auf der anderen Seite zu stehen.
So viele NSCs, die ich von vorherigen Twilight-Cons kenne, gegen die ich aber immer nur gespielt habe.

Und da ich jetzt ja auch mal selbst dabei war, kaum geschlafen habe und noch immer voller blauer Flecken bin muss ich sagen: Ihr leistet großartige Arbeit!

Ohne euch wäre so eine Con wirklich ziemlich langweilig…
Und es ist total krass, wie viele verschiedene Rollen von ein paar NSCs übernommen werden.
Sehr cool!

Es hat mich sehr froh gemacht, auch mal ein Teil des Ganzen zu sein.

Nach der Endschlacht am Samstag war ich dann aber auch total platt…

Hier noch einmal ein spezielles und großes Dankeschön an meine Gruppe und an das Nebenzimmer. Es war einfach total schön.

In unserem Zimmer war immer eine total coole und lustige Stimmung und ich fand es großartig, mit euch herumzublödeln.
Und trotzdem hatten wir wirklich total viele gute Momente!

Spielleitung und Orga

Ihr seid wie immer super!

Auch, wenn im Vorfeld die ein oder andere Sache für unsere Gruppe nicht so gut gelaufen ist, habt ihr das auf der Con alles wieder gut gemacht.
Wir hatten total viel Spaß wenn uns ein Spielleiter begleitet hat, die NSC Besprechungen waren super – nicht zu lang und trotzdem konnten wir alles erfahren, was wichtig war.

Ich freue mich, dass wir so tolle Chancen bekommen haben (die Magier am Freitag, die Räuber am Samstag) und so ganz viel ausprobieren konnten.

Wir hoffen, dass wir es einigermaßen zu eurer Zufriedenheit gemacht haben, obwohl die meisten von unserer Gruppe ja zum ersten Mal bei euch NSC waren.

Abgesehen davon ist eure Organisation bemerkenswert!
Es ist beeindruckend, wie ihr den ganzen Kram, alles an Deko und Klamotte und Technik und und und zur Burg bringt, alles aufbaut und dann trotzdem noch ein offenes Ohr für Spieler und NSC habt.

Dann noch die motivierenden Sprüche vor den einzelnen Schlacht-Wellen. Das ist wirklich wichtig und hat uns allen sehr geholfen. Vielen Dank!

Ihr seid einfach total professionell und macht das Ganze großartig!

Stimmung

Die Stimmung war super.

Obwohl wir am Anfang wirklich dachten “Oh je… Das wird vielleicht komisch” waren wir spätestens ab Samstag Morgen absolut motiviert.

Die Gruppe war super und auch Spieler und NSC haben für eine tolle Stimmung gesorgt.

Die Stimmung in den Ebenenräumen war auch toll! Ich habe teilweise krasse Gänsehaut bekommen, weil es so emotionsgeladen war.

Ich weiß nicht genau, was ich dazu noch sagen soll, außer: Es war toll!

Fazit

Es war super! Einfach großartig!
Ich könnte mich hier sicher noch stundenlang in Details verlieren, doch ich belasse es erst einmal hierbei.
Ich hatte wirklich unglaublich viel Spaß und freue mich schon auf die nächste Twilight-Con an Silvester.

Dort werden wir allerdings wieder als Spieler auftauchen, denn einen Tag länger NSC schaffe ich erst, wenn ich noch ein paar Mal bei einer “normalen” Con von euch mitgemacht habe.

Vielen Dank an die Spieler, vielen Dank an meine Mit-NSCs und vielen Dank an Orga und Spielleitung!


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