Es ist kalt. So wie die letzten Tage auch. Ich verstehe nicht, wie man einen Ort toll finden kann, wo immer Winter ist. Aber Anastasya und ihre Familie finden das toll.

Ich bin mit Athis oft im Wald unterwegs oder im Sägewerk. Anastasya geht oft mit ihrer Mutter auf die Jagd. Ich hatte gefragt, ob ich mit kommen soll.

„Njet, bist du zu laut. Hilfst du besser Papa.“, hat sie gesagt.

Ja wahrscheinlich besser so. Ich war noch nie gut in der Jagd, geschweige denn im Bogen schießen. Schon früher konnte ich das nicht.

In letzter Zeit muss ich öfters an früher denken. An meine Zeit als Knappe. Die Gebete in der Kirche und vor allem an die Übungen mit den Waffen, zu Fuß und zu Pferd. Ich kann mich aber nicht erinnern, wer mir das gezeigt hat. Vielleicht die Frau, an die ich manchmal denken muss.

Wer ist sie und warum hab ich so vertraute Gefühle, wenn ich an sie denke? Ich verstehe das nicht! Ich fühle mich dann meistens auch sehr traurig. Aber warum? Wenn ich Apfel esse geht es mir besser, dann sind die Gedanken und Gefühle weg. Aber ich darf nur einen Apfel am Tag essen.

„Nur ein Apfel essen. Sonst müssen wir nach Bärenfels neue kaufen. Und du hast kein Kupfer zu bezahlen!“, sagt Anastasya immer.

Athis hat mir gesagt, dass er Apfel besorgt, wenn ich ihm bei der Arbeit helfe. Wir müssen Holz für seine Söhne holen, glaube ich. Wir haben einen besonders großen und dicken Baum gefällt. Wir haben den Baum mit Hilfe einer großen Säge gefällt. Das war komisch. Wir mussten immer im Wechsel ziehen und drücken. Anfangs hat das nicht geklappt weil wir immer beide das gleiche gemacht haben.

„Njet! Musst du erst ziehen und dann drücken. Langsam sonst Kraft ist schnell weg!“ Nach den Anweisungen von Athis hat es geklappt.

Für den Transport zum Sägewerk haben wir Ochsen mit sehr langem Fell benutzt. Die Arbeit mit den Ochsen und im Stall erinnert mich an meine früheren Arbeiten im Stall mit Tan und den anderen Pferden. An meine Heimat.

Heimat! Hier ist Anastasyas Heimat, aber wo ist meine? Und warum erinner‘ ich mich nicht? Heimat ist doch wichtig? Und wichtige Sachen vergesse ich doch nicht?

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2 Kommentare

Lady Plombir · 08.05.2020 um 09:16

Ich kenne nicht viele Leute namens Tahn, sondern nur einen einzigen, den ich auf der Taverne zum letzten Meilenstein einst kennenlernen durfte. Mit einem einzigen Kupfer ist er in unserer Würfelrunde dreckiges Dutzend, oder Pferdekutsche wie er es nannte, eingestiegen und hat sowohl Ravas als auch meinen Freund Jameson ordentlich ausgenommen, ohne zu wissen, was er tat. Ich musste sehr an ihn denken, deshalb hat mich diese Geschichte wirklich zum schmunzeln gebracht. Dankeschön 😀

    anastasya · 08.05.2020 um 09:59

    Ja, genau das ist auch der Tahn, der die Geschichte geschrieben hat… 😀 wir erinnern uns auch noch sehr gut an diesen Abend beim Meilenstein 😀
    Danke fürs Kommentieren

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