Tahn und ich sind nun schon seit vielen Tagen bei meinen Eltern in Falkenhain. Ich habe noch keine Antworten auf die Briefe erhalten und mache mir Sorgen um meine Freunde. Aber vielleicht sind sie einfach nur auf Reisen.

Leider weiß ich immer noch nicht, was ich mit Tahn machen soll. Es fällt mir schwer, mit ihm zu sprechen, weil ich mir Sorgen mache. Und irgendwie habe ich ein schlechtes Gewissen. Und Angst. Irgendwie.

Am Tag hilft er meinem Vater beim Holzfällen während ich mit meiner Mutter auf der Jagd bin. Ich bin ganz froh, dass ich in dieser Zeit ein bisschen Abstand habe. Ich muss denken, kann aber keine klaren Gedanken fassen.
Das hat meine Mutter auch schon bemerkt.
„Alles gut, Anastasya?“, fragt sie manchmal. Sie weiß, dass irgendetwas nicht stimmt. Und ich glaube, dass sie zu Odin betet, um ihn um Rat zu fragen. Wahrscheinlich hat auch sie Angst.

Wenn wir uns am Abend alle wieder sehen und gemeinsam essen, weiß ich nicht, was ich sagen soll. Vor allem weiß ich nicht, was ich Tahn sagen soll.
Und dann gibt es da ja noch einen anderen Freund, um den ich mich kümmern muss. Seine Blume trage ich immer noch mit mir herum. Sie verändert sich nicht und scheint auch mit der Kälte kein Problem zu haben. Meine Eltern waren sehr überrascht, hier im hohen Norden eine solche Blume zu sehen.

Ich versuche, die Schriften auf dem Zettel von Rashkaar zu übersetzen. Tahn hilft mir dabei und manchmal habe ich dann ein noch schlechteres Gewissen. Irgendwie muss ich es schaffen, beiden zu helfen. Ich weiß nicht, was mit Tahn ist. Und bei Rashkaar bin ich mir auch noch nicht sicher. Ich hoffe einfach, dass ich nicht zu lange brauche, denn ich würde es mir nie verzeihen.

Es ist auch schon lange her, dass wir zuletzt gegen irgendwelche seltsamen Kreaturen gekämpft haben. Die wilden Tiere in Falkenhain lassen sich ganz einfach mit ein paar Pfeilschüssen erlegen. Axt und Schwert brauche ich nicht, aber es fühlt sich trotzdem gut an, damit herumzulaufen.

Manchmal laufe ich in Falkenhain herum und halte nach Boten oder einem Botenvogel Ausschau. Bisher ist nichts passiert. Auch mein Vater bemerkt, dass ich irgendwie nervös wirke.
„Anastasya, suchst Du etwas? Hast Du verloren irgendwas in Schnee?“
Aber ich verneine nur. Ich weiß nicht, was ich suche.
Was ich weiß ist, dass ich meine Zeit nun den Schriften von Rashkaar widmen muss. Und dann muss ich eine Entscheidung treffen. Tahn schläft. Ich schreibe. Irgendwie versuche ich, die Gedanken aufzuschreiben… Ich weiß aber noch nicht ganz genau, warum.

Es wird Zeit, mal wieder mit Odin zu sprechen. Wenn irgendjemand eine Lösung kennt, dann wohl er.
Nachts schleiche ich mich wieder raus und setze mich unter ein paar Tannen.
„Heil Dir Odin, der Du so viele Masken trägst.“, beginne ich wie immer. „Mache ich mir Sorgen um Tahn… Und um Rashkaar. Und weiß ich auch nicht, wie es Freunden geht. Weiß ich nicht, was ich machen soll und bitte ich Dich um Hilfe, weil Du der bist, der alles weiß und alles sieht.“
Um eine Antwort zu erhalten, lege ich meine Runen… Und hoffe, dass es eine gute Antwort sein wird.
Aber was bedeutet das überhaupt?

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