Für viele Menschen, die das Hobby “LARP” jetzt erst entdecken, stellt sich die Frage, wie man am besten anfängt.
Ich möchte im Folgenden mal ein paar Tipps für Einsteiger geben, um besser in dieses wundervolle Hobby “reinzukommen”.

 

1. Such dir ein Genre

Im LARP gibt es einen Haufen verschiedener Spielarten. Vom klassischen Mittelalter-Fantasy LARP bis hin zu Endzeit oder Sci-Fi LARP a la Star Wars – die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Hier sollte man sich die folgenden Fragen stellen:
1. Wofür interessiere ich mich?
2. Wie oft möchte ich LARPen?

Gerade die zweite Frage bestimmt öfter mal das Genre, denn gerade im Bereich Mittelalter-Fantasy LARP gibt es extrem viel Angebot. Bei den anderen Genres ist es ein wenig begrenzter – leider.

Allerdings sollte man sich bei der Genre Auswahl auch darüber im Klaren sein, was einen erwarten kann und worauf man selbst achten sollte.
Ganz klar muss man sich für Mittelalter-Fantasy LARP entsprechend kleiden. Auf Technologien wie das Smartphone ist zu verzichten!

Jedenfalls ist das Wählen eines Genres der erste Schritt für den Einstieg ins LARP.

Statistik über LARP-Genres von hier

2. Such dir LARP-Bekanntschaften

Dieser Tipp mag komplizierter klingen, als er ist: Such dir LARP-Freunde.
Es ist viel einfacher, in das Hobby einzusteigen, wenn man auf seiner ersten Veranstaltung zumindest out of time (=OT) ein paar Menschen kennt. So kommt man garantiert ins Spiel und wird nicht “übersehen”. Und man braucht sich keine Sorgen machen, denn LARPer sind wie eine große Familie – alle sind super freundlich und gleichzeitig total bekloppt, natürlich im positiven Sinne. Wir LARPer sind alle positiv bekloppt. Und deswegen kommt man auch super schnell ins Gespräch.
Da gibt es auf Facebook sehr viele Möglichkeiten, Personen kennenzulernen.
Oder aber man geht zum nächsten Schritt über:

 

3. Such dir eine Veranstaltung

Hier hat man nun verschiedene Möglichkeiten.
Entweder man fängt mit einer Taverne an, die meist über sieben bis neun Stunden geht und somit die kleinste und häufigst verfügbare LARP-Einheit darstellt.
Bei Tavernen hat man die Möglichkeit, sich das Hobby einmal ohne große Ausgaben oder Verpflichtungen anzuschauen.
Auf Thilo Wagners LARP Kalender kann man sich durch bevorstehende Veranstaltungen klicken und sich das auswählen, das einem zusagt.
Möchte man direkt aufs Ganze gehen, bieten sich natürlich auch mehrtägige Cons an, hier ist allerdings der finanzielle Aufwand wesentlich höher.
Wo Eintrittspreise von Tavernen zwischen 4 und 10 Euro liegen, so liegt der Preis für eine dreitägige Con zwischen 50 und 200 Euro (je nachdem, ob Vollverpflegung, Selbstverpflegung, Zelt- oder Burgcon).
Ich persönlich empfehle Einsteigern immer, sich erst einmal eine Taverne (mit Plot!) anzuschauen.
Hier kann man übrigens auch hervorragend LARP-Kontakte knüpfen.

Wenn man dann eine geeignete Veranstaltung gefunden hat, sollte man sich die Beschreibungen durchlesen. Meist gibt es eine IT (= in time; im Spiel) und eine OT (out of time; außerhalb des Spiels) Beschreibung der Veranstaltung.

Beispiel für IT- und OT-Beschreibung

Wenn eine Anmeldung notwendig ist, sollte man natürlich auch daran denken, sich früh genug anzumelden.

 

4. Erstelle dir einen Charakter (oder spiele einen NSC)

Falls man noch keinen Charakter hat, den man auf der Veranstaltung (und auch in Zukunft) spielen möchte, so bietet es sich an, mit der Erstellung zu beginnen.
Alternativ kann man auch einen Nichtspieler-Charakter (=NSC) spielen, mit dem man von der Spielleitung Anweisungen bekommt und durch den man das Hobby entdecken kann, ohne die Verpflichtungen einer Charaktererstellung einzugehen.
Diese Entscheidung muss jeder selbst treffen.

Falls man sich für eine Charaktererstellung entscheidet, so sollte man mit einem ganz einfachen Konzept anfangen. Nähere Tipps dazu findet ihr hier.
Man sollte auf jeden Fall Spielraum für Entwicklungen lassen.
Planen lässt sich so etwas ohnehin nicht.

Wenn man allerdings einen NSC spielen möchte, so sollte man auch diesbezüglich früh genug die Orga anschreiben und ihr Bescheid sagen.
Aber auch wenn es noch andere Fragen zum Hobby oder zur Veranstaltung an sich gibt, sollte man nicht scheuen, die Orga anzuschreiben. Im Normalfall ist jede Orga sehr hilfsbereit und nett – gerade gegenüber Anfängern.

 

5. Bereite dich vor

Kurz vor der ersten Veranstaltung sollte man sich bereits ein wenig mit dem Charakter, den man spielen möchte identifiziert haben. Im Zweifelsfall kann man hier auch schon die Sprech- oder Verhaltensweise üben und testen.
Besorgt euch früh genug die gewünschte Kleidung und probiert sie auch an – so könnt ihr zur Not noch etwas umnähen oder anpassen.
Aber auch hier gilt: Haltet es für den Anfang einfach.
Man merkt erst im Laufe mehrerer Spiele, was man noch braucht oder was einen stört.
Die Entwicklung kommt von ganz alleine, keine Sorge.

Vorbereitung für eine Con ist übrigens wesentlich aufwendiger als für eine Taverne. Meine eigenen Erfahrungen könnt ihr auch hier nachlesen.

 

6. Fahre zur Veranstaltung

Dann ist es endlich soweit: Die Veranstaltung beginnt.
Hier ist es von Vorteil, früher da zu sein. Denn wenn man vor dem “In Time”-Signal (das Signal für den Spielanfang) vor Ort ist, kann man sich noch mit den anderen Anwesenden austauschen, bevor das Spiel beginnt.
So lassen sich vorher noch Kontakte knüpfen. Anfänger werden immer sehr herzlich aufgenommen.

Dann wird die Spielleitung normalerweise eine kurze Ansprache (SL-Ansprache) machen, in der noch kurz ein paar Regeln oder Besonderheiten beleuchtet werden.
Ist irgendetwas unklar, sollte man die Spielleitung anschließend kurz ansprechen, um mögliche Fragen zu klären.

Und dann ruft die Spielleitung “In-Time” aus. Action! Es geht los!
Entweder man sucht sich jetzt einen ruhigen Ort, um anzureisen oder man beschließt “schon da” zu sein. Das ist jedem selbst überlassen. Mir persönlich fällt es leichter, anzureisen. Dann habe ich nämlich noch einen Augenblick Zeit, in meine Rolle zu schlüpfen.
Ich reise sozusagen in meine Rolle. Mit jedem Schritt etwas mehr.

 

7. Bleib in der Rolle und hab Spaß

Es ist und bleibt immer noch ein Hobby, das Spaß machen soll – für jeden Anwesenden.
Man sollte also versuchen, in seiner Rolle zu bleiben. Das sorgt auch dafür, dass man seine Mitspieler nicht “rausbringt”.
Ist irgendetwas “OT” zu klären, so sollte man kurz die Arme kreuzen und sich mit der entsprechenden Person einen ruhigen Ort suchen, der etwas abgelegen von den anderen Spielern ist. So ist sichergestellt, dass man niemanden stört.

Alles andere lernt man im Spiel.
Das erste Mal LARPen wird nicht perfekt sein. Natürlich kommt es vor, dass man z.B.: beim Sprechen patzt (“okay” ist ein beliebter Klassiker). Doch das ist nicht schlimm. Wenn man sich ein bisschen Mühe gibt und alles auf sich wirken lässt, dann rutscht man irgendwann von selbst rein.

In diesem Sinne: Viel Spaß bei der ersten Veranstaltung und Herzlich Willkommen im Hobby!


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