Religion und Glaube sind im LARP ein wichtiger Eckpunkt vieler Charakterkonzepte.
Es gibt Priester und Anhänger unzähliger Religionen und genau diese machen das Spiel oftmals auch interessant.
Lasst uns heute also mal über Religion und Glaube im LARP sprechen.

Reale Religionen

Als erster Anhaltspunkt für eine Religion dienen natürlich bereits existente Formen von Glaube und Religion.
Dazu zählen sowohl vergangene (z.B.: nordische Religionen) als auch aktuelle Religionen (Christentum).

Manchmal kommen auch leicht abgewandelte Formen dieser realen Religionen zum Einsatz.

Der Vorteil bei bereits vorhandenen Religionen liegt klar auf der Hand: Es existiert bereits.
Wir müssen uns nichts Neues ausdenken und haben schon einen Haufen fertiger Geschichten und Gebete, die wir nutzen können.

Es reicht also vollkommen aus, wenn wir uns über die Religion oder Glaubensrichtung informieren… Schon können wir es spielen.

Der Nachteil an vorhandenen Religionen ist allerdings auch nicht zu verachten.
Denn wenn die Religion bereits existiert, dann gibt es auch reale Anhänger… Und je nachdem, wie man die Religion darstellt, kann sich der ein oder andere reale Anhänger mächtig auf die Füße getreten fühlen.
Religion und Glaube sind für viele Menschen etwas sehr Intensives. Sie glauben stark daran und fühlen sich oft angegriffen oder in ihrem Stolz verletzt, wenn man die Religion nicht so darstellt, wie sie sie leben.

Man sollte sich also vor allem bei noch bestehenden Religionen gut überlegen, ob man sie eins zu eins für seinen LARP Charakter übernehmen möchte.

Aber natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten.

Fiktive Religionen

Fiktive Religionen sind die Form von Glaubensansätzen, die ich im LARP am Häufigsten gesehen habe.
Seien es Anhänger von Sigmar, Ignis, Nurgle, Tzeentch, Slaanesh, Khorne, Gaia oder oder oder.

Das Gute daran ist, dass wir uns dabei die Eigenschaften der Religion selbst zurechtlegen können.
Auch die Geschichte und mögliche Gebete der Religion können wir unserer kreativen Seite überlassen und so eine Art „perfekte Religion“ für unseren Charakter erschaffen.

Der Nachteil liegt ebenso klar auf der Hand: Wir müssen uns etwas ausdenken, damit wir es nutzen können.

Vor allem bei Gebeten erlebe ich häufig, dass vorhandene Gebete aus dem Christentum umgeschrieben werden.
Das ist natürlich in Ordnung, sofern genug kreative Energie reingesteckt wird.

Wenn nur die Namen geändert werden, finde ich das höchst befremdlich, weil sich die Gebete von Charakteren unterschiedlicher Religionen dann ganz stark ähneln.
Es macht also wirklich Sinn, ein bisschen Zeit und kreative Energie in den „Entstehungsprozess“ der neuen Religion zu stecken, um nachher schöne und einzigartige Geschichten erzählen zu können.

Mir gefallen diese Lagerfeuer-Unterhaltungen über verschiedene Götter total, wenn sich beispielsweise die Theorien von der Entstehung der Welt sehr stark unterscheiden und dann darüber diskutiert werden kann.

Verschieden starke Ausprägungen

Abgesehen von den verschiedenen Arten der Religionen müssen wir jetzt natürlich auch noch auf die Charaktere selbst eingehen.
Denn wie bei uns Menschen ist auch jeder Charakter im LARP unterschiedlich stark gläubig.
Die Einen würden sogar für ihren Gott sterben, wohingegen die Anderen ihn nur als Mittel zum Zweck sehen.
Auch das kann im Verlauf einer LARP Veranstaltung sehr interessante Spielansätze liefern.

Außerdem fühlen sich manche Charaktere auf den Schlips getreten, wenn man sich über ihren Gott lustig macht. Andere können darüber lachen und sind tolerant.
Das sind alles Charakterzüge, die einen Charakter an sich ausmachen.

Auch heutzutage identifizieren sich sehr viele Menschen sehr stark durch ihren Glauben.
Ich halte das für einen schönen Zusatz für die Entwicklung unserer Charaktere.

Dazu zählt auch die Möglichkeit, den Glauben zu wechseln, falls sich etwas Einschlägiges ereignet.
Das bietet natürlich auch hohes Potenzial für Geschichten.

Wir müssen auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, dass nicht jeder Charakter gleich vernarrt in seinen Gott/seine Götter ist.
Manche Charaktere haben auch überhaupt keinen Gott. Das kann auch interessant sein. Vor allem, wenn Gespräche mit stark gläubigen Charakteren zustande kommen.

Vorsicht geboten

Trotzdem ist bei Religionen und Glaube im LARP Vorsicht geboten, was die Ernsthaftigkeit betrifft.
Wie ich weiter oben schon erwähnt habe, fühlen sich Menschen recht schnell angegriffen, wenn man „ihren Gott durch den Dreck zieht“.

Das muss gar nicht so offensichtlich geschehen wie es jetzt vielleicht klingt.
Bei realen Religionen sollte man einfach aufpassen und sich eventuell zu etwas Ernsthaftigkeit zwingen.
Das ist bei fiktiven Religionen natürlich nicht unbedingt notwendig. Denn da fühlen sich die Charaktere höchstens IT angegriffen und daraus lässt sich schönes Konfliktspiel machen.

Ärgerlich ist es natürlich, wenn sich die Spieler wirklich OT angegriffen fühlen.
Ich habe das zum Glück noch nicht erlebt, aber ich kann mir solche Konflikte durchaus vorstellen.

Geht also – wie bei allen Themen – möglichst tolerant miteinander um und versucht, die Konflikte aus Religion und Glaube IT zu klären und nicht ins OT zu tragen.

Auch die gläubigen Anhänger verschiedener Religionen (OT) sollten im Kopf behalten, dass die Sachen im LARP nur gespielt sind.
Nur, weil wir IT einen anderen Gott verehren, machen wir ja deinen Gott nicht direkt schlecht. Vor allem nicht außerhalb des Spiels.

Zum Schluss…

Glaube und Religion sind im LARP eine wichtige Eigenschaft für viele Charaktere.
Einige Magie- und Kriegerkonzepte stützen sich auf verschiedene Gottheiten und insgesamt bieten verschiedene Ansätze zu Glaube und Religion gute Spielansätze.
Zum Einen kann es zu Konflikten oder auch zur Gemeinschaft kommen, denn gleiche religiöse Ansätze verbinden natürlich auch.

Trotzdem sollte man immer im Kopf behalten, dass ein IT-Glaube nichts mit dem OT-Glauben zu tun hat.
Deswegen bringt es auch nichts, mögliche Konflikte vom IT ins OT zu tragen.

Wie immer spielen wir natürlich OT miteinander und nicht gegeneinander.

Wie seht ihr das?
Spielt ihr gläubige Charaktere oder haben eure Charaktere gar keinen Gott?
Was haltet ihr allgemein von Religionen im LARP?
Lasst es mich doch in den Kommentaren wissen!


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