Eigentlich wäre ich ja dieses Wochenende gar nicht zum LARP gefahren.
Denn eigentlich hätte ich den Samstag vermutlich so verbracht:

Paragliding Bassano
Ja, das bin ich! 😀

Aber das Wetter dachte sich eher „Nein, du musst LARPen.“ und hat uns zur verfrühten Rückfahrt gezwungen. Das haben wir dann auch gemacht.
Und so kam es, dass wir am Samstag die Taverne „Zum letzten Meilenstein“ in Euskirchen unsicher machen durften.

Parallel fand noch die Taverne „Die alte Mühle“ statt, doch da ich dort mit Anastasya nicht mehr hingehe, fiel das für mich flach.

Man kann sich leider nicht zweiteilen. Aber in Zukunft sind wir sicher auch noch mal bei der alten Mühle.

Bewertung der Taverne

Gelände:4.5 out of 5 stars
Plot:4 out of 5 stars
Mitspieler:4.5 out of 5 stars
Spielleitung:5 out of 5 stars
NSCs:4.5 out of 5 stars
Stimmung:4.5 out of 5 stars
 

Gelände

Die Taverne „Zum letzten Meilenstein“ findet bei der Grillhütte Wüschheim in Euskirchen statt.
Der bespielbare Bereich ist unglaublich groß, es gibt Wiesen, kleine Wäldchen, stillgelegte Gleise und die Grillhütte selbst.

Nachfolgend mal ein paar Impressionen. Die Bilder sind allesamt von der offiziellen Facebook Seite der Hütte.

Und als wäre das Gelände nicht schon cool genug, baut die „Meilenstein-Orga“ extrem viel auf.

Es gab diverse Schreine, Altare, allerlei Pflanzen (die für den ein oder anderen Alchemisten sicher interessant sind), magische Gegenstände und so weiter.
Dazu sind diese Dinge auch noch beleuchtet!
Da schreit also quasi alles schon „magisch„!

Das Gelände ist tatsächlich extrem groß.
In-Time gibt es einen Weg, der durch einen Sumpf führt und einen Weg durch die Stadt.
Das ist an sich auch ganz cool dargstellt, da man einerseits zwischen Sträuchern und Schlamm herlaufen kann und andererseits über die Schotterwege von der Meilenstein Taverne weg kommt.

Ich mag das Gelände.
Und ein weiterer Vorteil ist, dass man für nur fünf Euro in der Grillhütte übernachten kann. Sie ist beheizt und bietet so auch an kalten Tagen (wie dieses Mal) eine gute Schlafmöglichkeit.

Plot

„Möge dieser Kelch an mir vorübergehen“

Wie bereits oben erwähnt, gab es diverse „Stationen“, bei denen Dinge passiert sind.
Ich habe nicht alles mitbekommen, aber das, was ich mitgemacht habe, hat wirklich Spaß gemacht.

In der Nähe des Eingangs gab es beispielsweise eine Art Plattform, auf der ein Kelch mit seltsamen Skorpionen stand.

Da Anastasya ja durch die Runen leicht magisch begabt ist, hat sie direkt gespürt, dass dort Dunkelelfen-Magie im Spiel ist und sich dort eine Art „Bannkreis“ befindet.
Toll. Dunkelelfen. Mit denen hatten wir ja bei der letzten Con schon so viel Spaß. Anastasya war nicht sonderlich begeistert.

Das mit der Barriere war Tahn allerdings egal und er lief dagegen… und kam wieder.

Um genau zu sein knallte er gegen einen Baum und war sauer.
Wir gingen erst einmal in die Taverne.

Als es wieder rausging, begleiteten uns zwei befreundete Spieler.
Einer der beiden wollte den Inhalt des Kelches unbedingt trinken.

Wir finden an, Waffen dagegen zu werfen. Die kamen auch zurück.
Die Kraft des Bannkreises wurde allerdings schwächer. Das lag zwar nicht am Werfen, aber Anastasya dachte das.

Also trieb sie die drei an, noch mehr Zeug dagegen zu werfen.

Auch die Ratte einer befreundeten Spielerin war interessiert an dem Kelch… Und irgendwie schaffte die Ratte es durch den Bannkreis.

Die Ratte trank vom Kelch, kam zurück und vorhin erwähnter Spieler küsste die Ratte, um den Inhalt des Kelches zu probieren.
Klingt verrückt, war aber so.
Es schmeckte jedenfalls nicht.

Da die Kraft der Barriere dennoch schwächer wurde, konnten später diverse Waffen, die lang genug waren, in die Richtung geschoben werden.

„Das muss mit meinem Bein auch funktionieren“, dachte sich Tahn, setzte sich hin, streckte das Bein aus und… hatte es dann im Gesicht.
Minus zwei Zähnen.

Tahn war sauer und so ließen wir den Kelch erst einmal Kelch sein.

Beziehungsweise … eigentlich nicht wirklich. Denn die Barriere löste sich tatsächlich bald auf und dann spielten diverse Spieler damit rum.
Wir suchten den nächsten Zahnarzt auf, den wir natürlich nicht fanden.

Ork-Action

Ich weiß nicht genau wie oder was, aber irgendetwas hat der Ork mit dem Kelch gemacht.

Dann lief er zu einem (schätzungsweise) Drachen-Schädel, der auf dem Gelände auf einem Podest stand und veranstaltete irgendein Ritual damit.

Manche Leute wollten den Ork aufhalten, manche wollten ihn beschützen.
Ich verstand nicht ganz, was überhaupt Sache war und ließ ihn einfach machen.

Es dauerte ein Weilchen, dann wurde gegen den Ork gekämpft.
Das hatte was mit dem Schädel zu tun, aber nach der Sache mit Tahns Zähnen hielten wir uns eher fern vom „nahen“ Plot.

Auf jeden Fall war der Ork dann irgendwann weg von dem Schädel. Ich glaube, die Spieler haben ihn ganz gut bekämpft.

Kopfsache

Aber der Schädel lag noch dort.
Und irgendwie hatten alle Angst davor, ihn zu berühren.

Tahn zückte sein Schwert (ein Zweihänder, wohl sehr wichtig für ihn) und schlug auf den Schädel.
Er flog zurück und das Schwert zerbrach.

Tahn war am Boden zerstört… Und wütend.
Also schnappte er sich kurzerhand meine Bärenfalle und „fing“ damit den Schädel.
SL-Entscheidung: Es funktioniert.
So konnten wir den Schädel hochnehmen… Und jetzt?
Tahn wollte ihn in die Flammen schmeißen.
Ein paar Spieler wollten ihn zu dem Kelch bringen, wieder andere zu einem Schrein.
Doch da sie sich nicht einig wurden, lief die Zeit ab – denn die Falle fing an zu bröckeln.

Und so zerbrach meine arme Falle, löste sich quasi auf… Und Tahn erblindete.

Da war natürlich für Anastasya und Tahn klar: Schnauze voll, da mischen wir uns nicht mehr ein.

Ich fand zum Glück noch einen Magier, der Tahn sein Augenlicht wiedergeben konnte. Und dann ging es in die Taverne zum Würfelspielen .

Schatten

Wir waren gemütlich am Spielen, da brach draußen die Panik aus.
Schatten griffen an, die sich nicht töten ließen. Man konnte ihre Angriffe lediglich parieren, mehr nicht.
Es wurden Heiler gebraucht, die natürlich nicht in ausreichender Anzahl vorhanden waren.

Ich löste mich vom Würfelspielen und half einem Mann dabei, sein Bein wieder an sein… Bein zu bringen. Irgendwie hatte er ein Stück davon verloren.

Draußen unterhielten wir uns dann noch über 12, 24 oder aber auch 13 und 26 Götter plus Halbgötter. (Fragt mich nicht, aber es war witzig!) Dann ging es wieder rein. Weiter würfeln. Ist natürlich logisch, dass Anastasya und Tahn nach den Geschehnissen echt keine Lust mehr hatten.
Tahn war ohnehin traurig und sauer wegen des Schwertes.
Und Anastasya wegen ihrer Falle.

Zwischendurch wurde nochmal nach Heilern gerufen, allerdings klärten sich die Probleme dann von selbst.

Draußen hatten die Leute also (zumindest OT) wahrscheinlich genauso viel Spaß wie wir drinnen beim Würfeln (und beim Durak spielen).
Dadurch hab ich zwar leider nicht mitbekommen, wie es ausgegangen ist, aber es war in Ordnung.
Außerdem war es echt kalt draußen!

Mitspieler

Es waren viele alte Bekannte vor Ort, aber auch einige neue Gesichter.
Wenn man immer mal wieder mit neuen Personen spielt, bringt das frischen Wind in die ganze Sache.

Es war aber auch (mindestens) ein Neu-LARPer dabei, der zum ersten Mal auf einem LARP Event war.
Dafür hat er sich wirklich verdammt gut gemacht, großes Lob an dieser Stelle!

Es waren auch einige Spieler zum ersten Mal bei der Meilenstein Taverne und soweit ich das mitbekommen habe, waren sie auch sehr begeistert davon. Das freut mich sehr!

Ich hab nichts zu meckern. Spielangebote wurden angenommen, auf alles wurde angemessen reagiert und vor allem an dem Podest mit dem Kelch hatten wir mega viel Spaß.

Die Kämpfe kann ich nicht beurteilen, da ich immer nur zum Heilen rauskam. Also dann, wenn es „schon zu spät“ war, aber ich hab einem Mann meine Waffen geliehen.
Und er ist nicht beim Kämpfen gestorben, also hat Anastasya wohl nicht die schlechtesten Waffen.

Vielen Dank an alle Mitspieler. War wirklich super mit euch!

Spielleitung (und Orga)

Ein Traum.
Wirklich.

Sowohl Orga als auch Spielleitung des der Meilenstein Taverne waren großartig.

Ich bin begeistert von folgenden Dingen:

  • Spontanität der Spielleitung (wir werfen Schwerter da rein, wir fangen den Schädel mit der Falle,…)
  • Ausstattung (ausgerüstet mit Funkgeräten zur generellen Kommunikation)
  • Aufbau des Geländes (man kann mit so viel Zeug interagieren)
  • Allgegenwärtigkeit (ich laufe irgendwohin und mindestens eine SL kommt gucken, was ich da mache – das ist großartig)
  • Humor
  • Ideenreichtum

Also – großes Lob. Ihr wart super! Vielen Dank für alles!

Und an dieser Stelle natürlich auch ein großes Lob an die Menschen an der Theke und in der Küche. Das Essen war super lecker und man wurde stets freundlich behandelt!

NSCs

Es ist immer toll, wenn ein paar NSCs auf einer Taverne sind, um ein bisschen den Laden aufzumischen.
Ich habe leider nicht wirklich viel von den NSCs mitbekommen, weil sie die Schatten gespielt haben, die uns angegriffen haben.

Aber sie sahen ziemlich cool aus und haben wohl auch einige unserer Mitspieler ordentlich zur Verzweifelung gebracht. Das war super!

Auch, wenn ich hier nichts im Detail sagen kann, ein großes Lob und vielen Dank!

Ich hoffe, ihr hattet auch euren Spaß!

Stimmung

Unsere OT-Stimmung war super.
IT natürlich den Geschehnissen angemessen ein wenig gedrückt. Im Nachhinein auch sehr deprimiert bezüglich des kaputten Schwertes und der kaputten Falle.
Dann kamen später noch die Dunkelelfen dazu, die bei der Underdark Con unseren Freund getötet haben.
Da war natürlich für Tahn und Anastasya Hopfen und Malz verloren.

Außerdem hat Tahn beim Würfeln fast all sein Kupfer verloren.

Spaß hatten wir (OT) trotzdem!

Besucher(verbot?)

Das einzig seltsame war, dass urplötzlich eine Gruppe OT-Personen kamen und auf dem Gelände herumgesprungen sind.
Ich finde es ja in Ordnung, wenn sich die Menschen das Spektakel anschauen. Das ist ja auf der Taverne zum Turm teilweise auch so, wenn die Motorradfahrer interessiert schauen.
Aber die bleiben dann eben vorne und laufen nicht zwischen den LARPern her.

Es ist irgendwie störend, ständig OT-Gespräche von Besuchern zu hören und dann auch noch von der OT-Klamotte verwirrt zu werden.

Die Gruppe hat sich dann drin an den Tisch der Drow gesetzt (die ja zum Glück noch nicht da waren) und da gesessen. Das war dann einigermaßen erträglich…

Aber dann sind sie ärgerlicherweise wieder zur Theke hinspaziert… und da geblieben.
Das hat ziemlich gestört. Beim Kartenspielen war ich dann zeitweise auch einfach OT, weil ich es nicht mehr geschafft habe, konsequent IT zu bleiben.
Sehr ärgerlich.

Da wäre es schon konsequenter, den „Besuchern“ zu sagen, dass sie sich in eine Ecke stellen und dort bleiben sollen… Und vor allem keine OT-Gespräche führen sollen.
Oder aber man muss den Besuch eben verbieten…

Wenn man sich anschauen möchte, was auf einer Taverne geschieht, dann kann man das doch direkt IT machen… Denn dann kann man ja sogar mitmachen. 😉

Ich habe jetzt schon von mehreren Spielern gehört, dass sie das ziemlich störend fanden.
Aber das nur am Rande.

Fazit

Es war gut!

Ich hatte viel Spaß, hab viel gelacht, viel Kupfer gewonnen und verloren und die Durak-Regeln nochmal gelernt.

Das einzig störende war eben dieser OT-Besuch. Aber wenn es nicht noch einmal passiert, ist das zu verzeihen.

Draußen hab ich den ein oder anderen verarzten können und natürlich einigermaßen bescheuerte Kommentare zu manchen Gesprächen abgegeben („Er hat alle Götter in einem Würfel gefangen!“).

Vielen Dank an alle Mitspieler, an die NSCs, die Orga, die Spielleitung und die Küche! Und bis zum nächsten Mal bei der Taverne „Zum letzten Meilenstein“)


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