Innerhalb der Waldläufer-Charaktere sind Berufe wie Jäger oder Fallensteller sehr beliebt. Und abgesehen von diesen speziellen Berufen ist es natürlich auch als Waldläufer allgemein ganz praktisch, wenn man sich im Wald und auf den Wiesen auskennt.

Ich habe mich in meiner Kindheit oft mit Wäldern beschäftigt, das Ganze leider über die Jugend wieder vergessen und schlussendlich für meinen LARP-Charakter Anastasya benötigt.

Falls ihr also einen Waldläufer-Charakter spielt oder spielen wollt oder einfach so Lust habt, ein bisschen was über Wälder, Wiesen und Tiere zu lernen, dann verfolgt einfach meine Waldläufer Info Reihe zu diesen Themen.


Da wir uns beim letzten Mal schon mit ein paar bekannten Greifvogel-Arten auseinandergesetzt haben, geht es heute weiter mit Eulen.

Allgemeine Merkmale

Beginnen wir erstmal mit den Merkmalen, die die verschiedenen Eulenarten (es gibt übrigens ca. 200 verschiedene) gemeinsam haben.

Eulen sind nachtaktiv, dementsprechend ist auch der Körper der Eule an dieses nachtaktive Leben angepasst.
Im Gegensatz zu anderen Vögeln haben Eulen einen recht großen und rundlichen Kopf. Außerdem ist der Schnabel von Eulen gekrümmt (wie beispielsweise bei einem Wellensittich).
Abgesehen davon kann die Eule ihren Kopf um bis zu 270° drehen, wodurch sie ein erweitertes Sichtfeld erlangt.

Die Flügelfläche der Eule ist verhältnismäßig groß, sodass ihr ein sehr leiser Flug ermöglicht wird.

Abgesehen davon sind die meisten Eulenarten Höhlenbrüter und somit auf natürliche Baumhöhlen oder Höhlen größerer Spechtarten (Schwarzspecht/Helmspecht) angewiesen.

In Deutschland gelten übrigens fast alle Eulenarten als gefährdet und stehen (zum Teil) unter Naturschutz.

Kauz vs. Eule

Und was ist der Unterschied zwischen einem Kauz und einer Eule?
Na ja, diese Unterscheidung findet tatsächlich nur in der deutschen Sprache Gebrauch.
Im Deutschen haben sich diese beiden verschiedenen Namen aus den Rufen der Eulenarten entwickelt: „Eule“ steht dabei für Eulenarten, die eher einen heulenden Ruf haben, mit einem „Kauz“ sind dagegen eher die Arten gemeint, deren Ruf kurz und markant klingt.

Als „Eule“ bezeichnen wir im Deutschen die Eulenarten, die eher schlank wirken. Der „Kauz“ beschreibt meist die Arten, die eher rundlich wirken.

Waldkauz

Der Waldkauz – 2017 zum Vogel des Jahres gewählt – ist eine mittelgroße Eulenart, die in Mitteleuropa häufig vorkommt.

Sowohl das Männchen als auch das Weibchen haben ein kräftig dunkelbraun geflecktes Gefieder, das auf der Unterseite etwas heller ist als auf der Oberseite.
Der Kopf des Waldkauzes ist sehr rund, die Augen sind dunkel und er besitzt keine Federohren.

Die Federn auf der Körperoberseite weisen seitlich verästelte Längsstreifen auf. Alles in allem wirkt das Gefieder wie eine Rinden-Tarnfärbung.

Waldkauz (Strix aluco) Rufe eines Waldkauzes?/i
Von Andreas Trepte – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, Link

Die Eule ist gut an den zwei weißen Farbstrichen oberhalb des Gesichtsschleiers zu erkennen:

Strix aluco.jpg
von Akumiszcza, CC BY 3.0, Link

Der Ruf des Waldkauzes klingt wie ein für Eulen typisches „Huh-Huhuhu-Huuuuh“.

Waldohreule

Auch die Waldohreule zählt zu den am häufigsten vorkommenden Eulenarten in Mitteleuropa.

Die Waldohreule ist etwa krähengroß und von eher schlanker Gestalt (daher auch „Eule“).
Männchen und Weibchen haben das gleiche Erscheinungsbild: Die Oberseite ist dunkelbraun mit rindenfarbiger Marmorierung, wohingegen die Unterseite eher gelblich ist und kräftige dunkle Längsstreifen aufweist.

Waldohreule (Asio otus)
Von de:User:Sascha Rösnerde:User:Sascha Rösner, 18 Jan 2005 – de:Wikipedia, CC BY-SA 3.0, Link

Diese Eulenart hat Federohren, die lang sind und angelegt werden können. Die Augen der Waldohreule sind orange.

K1024 5M1A3239.jpg
Von Jens Freitag – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Eine ziemlich auffällige Stirnbefiederung teilt das Gesicht der Waldohreule.
Die Hand- und Armschwingen der Eule sind von dunklen Querbändern durchzogen.

K1024 5M1A3206.jpg
Von Jens Freitag – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Uhu

Kommen wir nun zur wohl größten Eulenart – dem Uhu.
Er hat einen massigen Körper und einen auffällig dicken Kopf mit Federohren. Seine Augen sind orangegelb.

Uhu-Bubo-Bubo-Falknerhof-Lenggries-2010.jpg
Von Tuxyso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, Link

Das Gefieder des Uhu weist dunkle Längs- und Querzeichnungen auf, wobei Brust- und Bauchbereich heller sind als die Rückseite des Tieres.

Uhu (Bubo bubo)
Von Fotografie: Softeis – Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, Link

Weibliche Uhus sind deutlich größer als die Männchen.
Dadurch unterscheidet sich auch das Gewicht von Männchen (durchschnittlich 1890g) und Weibchen (durchschnittlich 2550g) deutlich.

Raufußkauz

Kommen wir von der größten Eulenart zu einer der kleinsten Eulenarten: Dem Raufußkauz.

Raufußkauz im Flug.jpg
Von C. Robiller / www.naturlichter.de – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, Link

Die Eule hat eine Körperlänge von 24 bis 26 Zentimetern.
Männchen und Weibchen unterscheiden sich zwar in Größe und Gewicht, nicht aber in der Färbung des Gefieders.

Der Kopf des Raufußkauzes ist groß und weist ein helles Gesichtsfeld auf, der Gesichtsschleier hingegen ist dunkel umrandet.
Diese Eulenart hat keine Federohren und die Iris der Augen ist leuchtend gelb. Unterhalb der Augen befindet sich eine dunkle, gestrichelte Zeichnung.

Das Gefieder auf der Oberseite der Eule ist braun und mit perlartigen weißen Punkten übersät.
Die Unterseite ist grau mit graubraunen Flecken und Längsstreifen.

Der Name „Raufußkauz“ kommt von den Füßen des Vogels, denn diese sind bis zu den Krallen weiß befiedert.

Aegolius funereus NRM.jpg
Von User:Aelwyn – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Sperlingskauz

Kommen wir nun zur tatsächlich kleinsten mitteleuropäischen Eule – dem Sperlingskauz.

Sperlingskauz (Glaucidium passerinum)
Von Adam Kumiszcza – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Mit einer Größe von 16-19 Zentimetern ist diese Eule wirklich klein.
Das Gefieder des Sperlingkauzes ist beinahe einheitlich graubraun, wobei Brust und Bauch unterschiedlich hell sind (nicht rein weiß).

Der Kopf ist eher klein mit einer flachen Stirn und weißen „Augenbrauen“ (Strichen über den Augen).
Das Gesichtsfeld des Tieres ist dunkel und die Augen sind verhältnismäßig klein.

Eurasian Pygmy Owl (Glaucidium passerinum) in the drizzle, 21.06.2015 (18403237513).jpg
Von Frank Vassen from Brussels, Belgium – Eurasian Pygmy Owl (Glaucidium passerinum) in the drizzle, 21.06.2015, CC BY 2.0, Link

Der Schwanz des Sperlingkauzes ist mehrfach weiß gebändert und wird oft seitlich hin- und herbewegt und ist dadurch recht auffällig.

Die Flügel wirken im Flug kurz und abgerundet. Der Flug des Sperlingkauzes ist auch relativ geräuschvoll, dafür aber wendig und schnell.

Steinkauz

Bleiben wir weiter bei kleinen Eulenarten und kommen zum Steinkauz…!
Dieser Vogel galt im antiken Griechenland als Vogel der Weisheit und war das Sinnbild der Göttin Athene.

Im Deutschen kommt der Name „Steinkauz“ daher, dass diese Eulenart nicht nur in Baumhöhlen, sondern auch in Kapellen und Weinkellern aus Stein brütet.

Steinkauz (Athene noctua)
Von Arturo Nikolai aus Galicia, SpainFlickr, CC BY-SA 2.0, Link

Der Steinkauz wird zwischen 21 und 23 Zentimeter groß und ist damit nicht viel größer als eine Singdrossel, wirkt aber durch sein lockeres Gefieder und den breiteren Kopf wesentlich größer als eine Singdrossel.

Wie bei den anderen Eulenarten ist auch hier das Weibchen etwas größer und schwerer als das Männchen.

Der Gesichtsschleier ist beim Steinkauz recht schwach ausgeprägt. Auch diese Eule hat eine Art „Augenbrauen“ in weiß – also weiße Streifen über den Augen.
Die Körperoberseite ist dunkelbraun mit weiß bis gelblichen Tropfenflecken und Querbinden. Die Flecken sind auf dem Oberkopf dichter und werden nach unten (Vorderrücken) hin größer.
Im Nacken hat der Steinkauz eine V-förmige Zeichnung in weiß.
Die Unterflügelseiten der Eule sind hell mit grau-schwarzen Flecken, die Kehle ist weiß mit einem beige- oder rostbraunen „Halsband“.

Steinkauzflug.jpg
Von F.C. Robiller / naturlichter.de (Hyla meridionalis), CC BY-SA 3.0, Link

Die Körperunterseite der Eule ist gelb-weiß mit braunen Längsstreifen, die unregelmäßig verlaufen. Die Längsstreifen werden in Richtung des Brustgefieders dichter und breiter, sodass die Grundfarbe der Unterseite nur noch wenig durchscheint.

Schleiereule

Als letztes widmen wir uns der Schleiereule.
Sie ist zur Abwechslung zu den anderen vorgestellten Eulenarten sehr hell und hat lange Beine.

Schleiereule (Tyto alba)
Von User:Alun Williams333 – File:Tyto alba tylluan wen.jpg, CC BY-SA 4.0, Link

Die Schleiereule hat keine Federohren, trotzdem liegt ihre größte Besonderheit im Gesicht, denn das Gesicht wirkt herzförmig und die Augen sind verhältnismäßig klein und schwarz.

Mit einer Größe von 33 bis 35 Zentimetern ist die Schleiereule etwas größer als der Steinkauz, hat dabei aber recht kurze Schwanzfedern.
Der herzförmige Gesichtsschleier, der der Eule den Namen „Schleiereule“ verleiht, ist sehr hell und stark ausgeprägt.
Die Oberseite des Körpers ist meist goldbraun mit feinen grauen Flecken, die Unterseite variiert von weiß bis hellbraun.

Tyto alba close up.jpg
Von Stevie B[1], CC BY 2.0, Link

Verschiedene Unterarten der Schleiereule können verschiedene Gefiederzeichnungen und -flecken aufweisen.
Der Schnabel der Eule ist blassgelb, die Zehen haben kaum Federn und sind dabei graubraun.


So, damit hätten wir ein paar der am häufigsten vorkommenden Eulenarten beschrieben. Bis zum nächsten Mal!

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