Passend zu meinem letzten Beitrag zum Thema “Ausspielen im LARP” gibt es nun einen weiteren Artikel, der die Frage nach dem “Wie?” beantworten soll.

Da wir im ersten Artikel bereits geklärt haben, warum wir im LARP denn überhaupt ausspielen sollten, gibt es hier nun also ein paar Hinweise und Tipps, wie wir das denn nun umsetzen können.

Oder einfach gesagt: Wie spielt man aus?

Ich nutze in diesem Beitrag genau wie im letzten Beitrag zum Ausspielen im LARP das Beispiel vom Ausspielen von Verletzungen.
Es gibt zwar noch viel mehr Situationen im LARP, in denen man gut ausspielen kann, aber das Spiel bei Verletzungen ist am populärsten – und am häufigsten.

“Natürliche” Schmerzen als Vorbild

Jeder von euch hat sich sicherlich schon mal in den Finger geschnitten.
Selbst Papierschnitte können wehtun und stark bluten, aber die Schmerzen sind recht schwach.
Trotzdem neigen wir dazu, Geräusche des Schmerzes („Aua“, „Autsch“, „Verdammt“,…) von uns zu geben.
Das liegt unter anderem daran, dass uns der plötzliche Schmerz erschreckt.
Wir sind also eher überrascht. Der Schmerz setzt erst später ein.

Wenn ihr euch die Finger einklemmt oder an irgendetwas den Ellbogen stoßt, dann kann das auch echt wehtun. Nicht zu vergessen der legendäre kleine Zeh, der grundsätzlich an sämtlichen Möbel-Ecken hängen bleibt.
Es ist zwar keine erkennbare Verletzung zu sehen, aber der Schmerz ist definitiv da.
Hier kann es zu verschiedenen Ausdrücken des Schmerzes kommen.
Manche „zischen“ den Schmerz weg, andere rufen wiederholt so etwas wie „Auuu“ oder „Autsch“ vor sich hin, bis der Schmerz langsam nachlässt.
Dann gibt es natürlich noch die Kandidaten, die das Hindernis, Möbelstück oder Werkzeug verfluchen, an dem sie sich gestoßen haben.

Es gibt sicher noch weitere Arten der „Schmerz-Kompensation“. Achtet mal darauf, wenn ihr euch irgendwo stoßt, den Zeh anhaut oder Ähnliches.
Und dieses Verhalten gibt euch einen Hinweis darauf, wie ihr Schmerzen ausspielen könnt.

Jetzt müsst ihr allerdings noch ein bisschen abstrahieren:

Denn die Schmerzen bei den üblichen „Alltags“-Verletzungen sind ja (zum Glück) nicht allzu groß und dennoch dauert es relativ lange bis der Schmerz wieder abklingt.
Und jetzt stellen wir uns das mal in einem größeren Ausmaß vor.
Verletzungen beim LARP sind meistens (zumindest IT) wesentlich krasser:

Ein scharfes Schwert schneidet ins Fleisch.
Ein schwerer Hammer bricht die Knochen.
Stäbe mit Nägeln oder Morgensterne reißen sich in die Haut.

Und von den erlittenen Schmerzen hat man länger etwas.

Was heißt das jetzt für uns?
Wir versuchen, uns die Intensität des Schmerzes vorzustellen.

Und jetzt haben wir zwei Möglichkeiten:

1. Eigenes Schmerzverhalten

Wir beobachten uns selbst beim Erleiden von Schmerzen und erhöhen die Intensität.
Dadurch nutzen wir sozusagen unser eigenes Verhalten zur Schmerz-Kompensation und passen Stärke, Lautstärke und Dauer an.

Das kommt natürlich auf die Art der Verletzung an und auch darauf, wie viel Heilerspiel wir haben möchten.

Das eigene Schmerzverhalten zu nutzen, hat natürlich den Vorteil, dass es uns natürlicher vorkommt. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns (vor allem als Anfänger) eher trauen, das eigene Schmerzverhalten anzuwenden, ist höher.

Ich persönlich kann diese Methode vor allem den Erst-Charakteren von Spielern empfehlen. Für die Anfänge ist es am Einfachsten und fühlt sich einfach „richtiger“ an.

2. Fremdes Schmerzverhalten aneignen

Das ist sozusagen die Königsdisziplin beim Ausspielen im LARP:
Wir nutzen ein fremdes Schmerzverhalten und nutzen es zum Ausspielen.

Wenn ihr beispielsweise OT die Tischbeine und Legosteine verflucht, die euch verletzen, dann versucht doch einfach mal, im LARP vor Schmerzen herzzerreißend zu schreien.
Natürlich erfordert das ein bisschen Mut – aber es lohnt sich!
Vor allem trennt ihr dann euren Charakter auch noch mehr von eurer eigenen Person.

Übrigens spricht auch nichts dagegen, die Schmerzverhalten beim Ausspielen zu mischen. Im LARP gibt es diverse Arten von Verletzungen. Und euer Charakter könnte sich ja – je nach Verletzung – verschieden verhalten.

Ausgefallene Verhalten zur Schmerz-Kompensation bieten natürlich auch interessante Spielansätze für alle Beteiligten – sei es als Heiler oder als Begleiter.

Fazit

Und gesamt gesehen ist natürlich zu sagen:
Eigentlich ist es ganz egal, wie ihr das Ausspielen umsetzt – das Wichtigste ist, dass ihr irgendetwas tut.
Gebt euren Mitspielern Reaktionen, zeigt ihnen, was in eurem Charakter vorgeht und lasst auch die NSCs daran teilhaben.
Und sehr wahrscheinlich werdet ihr auch selbst daran wachsen!

Also scheut nicht davor, Neues auszuprobieren und stellt dar, was euer Charakter fühlt!
Für ein lebendigeres LARP-Leben!

Habt ihr noch weitere Tipps, wie man im LARP besser ausspielen kann? Lasst es mich doch wissen!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.