Wenn ich in der weiten Welt unterwegs bin, muss ich oft an meine Heimat Falkenhain denken.

Falkenhain liegt nordöstlich von… sehr vielen Orten. Es schneit sehr oft und dadurch ist es ziemlich kalt – vor allem im Winter.
Das Plateau, auf dem Falkenhain liegt, ist voll bewachsen mit Nadelbäumen – es gibt sowohl Fichten, Kiefern als auch Lärchen.
Bevor ich Falkenhain verlassen habe, wusste ich nicht einmal, dass es Bäume mit Blättern gibt.

Neben meinen Eltern, die als Holzfäller in Falkenhain und Bärenfels für den nötigen Holzvorrat sorgen, wohnen noch sieben weitere Personen in Falkenhain. Feodor wohnt im größten Haus von Falkenhain, aber er ist immerhin auch der Dorfälteste.

Wenn wir von Bärenfels aus nach Falkenhain möchten, müssen wir zuerst durch den Turm in der Stadtmauer hindurch und die Treppen nach oben steigen. Der Durchgang kostet übrigens meistens fünf Kupfer. Warum meistens? Na ja, es kommt ganz auf den Wachmann an.

Von Falkenhain aus können wir runter auf die Stadt Bärenfels schauen.
Vom Ausgang des Turms aus führt ein Weg direkt zu unseren beiden Häusern – eins davon ist natürlich das Sägewerk und in dem anderen leben wir.
Der Weg gabelt sich allerdings bis dahin dreimal und führt zu den Häusern der anderen Personen.

Im Osten von Falkenhain gibt es einen großen See, den wir Sternensee nennen. Meine Mutter sagt, dass der Name von den Sternen kommt, die sich nachts in ihm spiegeln. Als Kind war ich bei Nacht manchmal dort – sie hat absolut recht. Auch die bunten Lichter am Himmel spiegeln sich. Ich habe selten etwas so Schönes gesehen.
Im Sternensee liegen übrigens noch zwei kleine Inseln. Die Kleinere von beiden wird Schwalbenstein genannt und auf ihr steht eine kleine, verlassene Hütte. Ich weiß nicht genau, wer dort gewohnt hat und warum er dort nicht mehr wohnt, aber es scheint kein besonders beliebtes Thema im Dorf zu sein.
Die andere, größere Insel steht leer und trägt den Namen Falkeninsel. Allerdings können wir nur im Sommer mit einem Boot zu den Inseln paddeln, denn im Frühling, Herbst und Winter ist die Eisschicht auf dem See zu groß.

Ein Wasserfall verbindet Falkenhain und Bärenfels miteinander. Das Wasser fließt hinab nach Bärenfels und sorgt dort für eine Bewässerung der Felder. Natürlich kann auch dort nur etwas gesät werden, wenn die Felder einigermaßen aufgetaut sind. Zum Glück liegt Bärenfels etwas tiefer als Falkenhain und ist so etwas wärmer und weniger stark vom Frost betroffen.

Meine Eltern, die auch oft „die Solowjows“ genannt werden, sind in Bärenfels und Falkenhain für ihr Holz bekannt. Der Wasserfall des Sternensees hilft ihnen auch beim Transport des Holzes von Falkenhain nach Bärenfels.
Zwei meiner Brüder sind vor einigen Jahren nach Bärenfels gezogen und haben sich dort als Holzverarbeiter niedergelassen. Sie bekommen viel Holz von meinen Eltern und bringen es dort unter die Leute.

Für den Weg vom Sägewerk aus bis zum Sternensee nutzen meine Eltern ein paar Schafsochsen. Normale Ochsen würden die Temperaturen in Falkenhain sicherlich nicht vertragen.

Torvi, meine Mutter, hilft zwar auch beim Holzfällen, doch sie ist eine noch viel bessere Jägerin. Von ihr habe ich den Umgang mit dem Bogen gelernt und da es in Falkenhain auch zahlreiche Schneehasen und Schneefüchse gibt, konnte ich schon als Kind das Jagen üben.
An besonders schönen Tagen sorgt meine Mutter dafür, dass etwas Fleisch auf den Tisch kommt. Ansonsten können wir auch hinunter nach Bärenfels gehen und auf dem dortigen Markt alles holen, was das Herz begehrt.
Zahlreiche Händler aus aller Welt verkaufen dort ein exotisches Angebot und ich habe schon so manches Mal gestaunt, was es dort alles gibt.
Oft müssen wir die Nahrung von dort kaufen, weil wir in Falkenhain nicht besonders viel Essen anbauen können – die meisten Pflanzen würden wohl erfrieren.

Ansonsten gibt es in Falkenhain nicht besonders viel zu sehen. Es ist ein schönes, ruhiges Dorf und auch die wenigen Bewohner sind freundlich.
Allerdings durchqueren manchmal auch Bären dieses Dorf… Und dann müssen wir zusehen, dass unsere Schafsochsen nicht von ihnen gefressen werden.

Ich denke an Falkenhain, wenn ich Schnee oder Nadelhölzer sehe… Und auch, wenn ich durch den Wald streife, Kaninchen jage oder einfach meine Heimat vermisse.

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