In welche Richtung muss ich gehen?

Innerhalb der Waldläufer-Charaktere sind Berufe wie Jäger oder Fallensteller sehr beliebt. Und abgesehen von diesen speziellen Berufen ist es natürlich auch als Waldläufer allgemein ganz praktisch, wenn man sich im Wald und auf den Wiesen auskennt.

Ich habe mich in meiner Kindheit oft mit Wäldern beschäftigt, das Ganze leider über die Jugend wieder vergessen und schlussendlich für meinen LARP-Charakter Anastasya benötigt.

Falls ihr also einen Waldläufer-Charakter spielt oder spielen wollt oder einfach so Lust habt, ein bisschen was über Wälder, Wiesen und Tiere zu lernen, dann verfolgt einfach meine Waldläufer Info Reihe zu diesen Themen.

Heute kommen wir zu einem Konzept zur Orientierung, das uns in der Nacht hilft.
Vor allem jetzt in den Wintermonaten lässt es sich sehr leicht ausprobieren und üben, da die Nächte viel länger sind und auch früher anbrechen.

Kommen wir also heute zum Orientieren anhand von Sternen.

Gerade meine Waldläuferin Anastasya nutzt diese Fähigkeit sehr häufig, um zurück in ihre Heimat zu gelangen (Nord-Osten).
Außerdem sind die Tage oben in Falkenhain sowieso viel kürzer als im Süden, da bietet sich diese Methode an.

Wie geht das?

Bevor wir uns den Konstellationen der Sterne widmen, anhand denen wir uns orientieren können, klären wir am besten erst mal das allgemeine Vorgehen.

Sterne fungieren in etwa so wie die bekannten „Map-Marker“ in Open-World Spielen wie zum Beispiel Skyrim: Sie weisen uns den Weg zu einem bestimmten Punkt, über dem sie stehen.

Angenommen Anastasya befindet sich in ihrem Zuhause in Falkenhain und würde den Nordstern am Himmel suchen, so befände sich der Stern von ihr aus in Richtung Nord-Westen.

Je weiter entfernt Jemand sich von dem Ort befindet, über dem der Stern steht (in diesem Fall wäre das der Nordpol), desto weniger bewegt sich der Punkt (ähnlich wie beim „Map-Marker“).
Folgen wir dem Stern immer weiter, erreichen wir früher oder später den Nordpol.

So weit, so gut… Und warum genau der Nordstern? Haben wir nicht genügend andere Sterne?
Ja, theoretisch schon, aber die Sterne sind normalerweise stets in Bewegung… Dadurch müssten wir uns die Position im Zusammenhang zur Jahreszeit merken. Das trifft auf nahezu jeden Stern zu – außer auf den Nordstern, denn seine Bewegungen sind nur minimal.

Nutzen wir also den Nordstern zur Orientierung, haben wir immer ein klares Indiz für die Himmelsrichtung.

Den Nordstern finden

Gut… Aber wie finden wir jetzt den Nordstern?
Da gibt es verschiedene Methoden, die wir nutzen können.

Am Einfachsten ist es, das Sternbild des kleinen Wagens (Ursa Minor) zu finden.

Ursa Minor, von Till Credner, AlltheSky.com

Der Nordstern ist genau der Stern, der den „Griff“ des kleinen Wagens darstellt. Das Sternbild des kleinen Wagens ist normalerweise sehr gut erkennbar.
Falls nicht, können wir nach dem „großen Wagen“ oder Ursa Major suchen.

Die beiden Sterne, die ich grün markiert habe, sind die sogenannten Zeigersterne für den Polarstern, sie heißen Merak und Dubhe.
Verlängern wir den Abstand der beiden Sterne zueinander etwa fünfmal nach oben, so kommen wir direkt zum Nordstern.

Unseren Breitengrad bestimmen

Haben wir den Nordstern gefunden, so können wir unseren ungefähren Breitengrad bestimmen.
Wenn wir professionell agieren wollen, können wir dafür einen Sextant nutzen… Da wir im LARP aber eher ohne einen Sextant herumlaufen, sollten wir die Methode lernen, die es und erlaubt, den Breitengrad auch so zu bestimmen.

Dazu strecken wir unsere Faust nach vorne, sodass sie in Richtung Horizont zeigt.
Dann stapeln wir Faust auf Faust, bis wir den Nordstern damit „erreichen“.
Jede Faust entspricht dabei etwa 10 Grad als Winkel.

Süden finden

Wenn wir Norden bereits gefunden haben, befindet sich Süden logischerweise genau in der entgegengesetzten Richtung, also quasi hinter uns.
Wollen wir aber lediglich Süden finden, so können wir das Sternbild „Orion“ als Hilfe nutzen.

Orion, von Till Credner, AlltheSky.com

Das Sternbild des Orion sieht ein bisschen aus wie eine verzogene Sanduhr. Zwischen den „Beinen“ dieses Sternbildes können wir eine Konstellation dreier Sterne sehen, die „das Schwert des Orion“ bilden.
Stellen wir uns zwischen diesen drei Sternen eine Linie vor und folgen dieser, so bewegen wir uns in Richtung Südpol.

Die Bewegung der Sterne verfolgen

Als letzte Methode stelle ich nun die Möglichkeit vor, sich einen möglichst hellen Stern am Himmel zu suchen und dessen Bewegung zu verfolgen.

Bewegt sich der Stern nach oben, so schauen wir gerade in Richtung Osten.
Sinkt der Stern hinab, so schauen wir in Richtung Westen.
Wandert der Stern nach links, schauen wir in Richtung Norden.
Bewegt sich der Stern nach rechts, so schauen wir in Richtung Süden.

Dadurch können wir mit ein wenig Geduld auch die Richtung erkennen, in die wir gerade sehen.

Und weiter?

Sich anhand der Sterne zu orientieren ist also gar nicht so schwierig, wie es zuerst klingen mag.
Es macht wirklich großen Spaß, das Ganze draußen zu testen und vielleicht sogar mit Hilfe eines GPS Geräts zu überprüfen.

Hat man den Dreh erstmal raus, kann man sein Wissen wunderbar im LARP nutzen und die Richtungen erkennen.

Zum Thema Orientierung in der Wildnis werden in Zukunft auch noch weitere Themen anstehen.

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