Die Alte Mühle in Dümmlinghausen.
Ein schöner Ort, wundervolle Location zum LARPen.
Es handelt sich bei der „Alten Mühle“ um eine Taverne, die monatlich stattfindet.
Ich war dieses Mal zum zweiten Mal (in Folge) dabei und was soll ich sagen? Es war schön!

Kurz zum Plot:
Da ich auch erst zum zweiten Mal dabei war, wusste ich nicht alles. Nur so viel:
Ein Dämonenportal, beschrieben mit Runen, befindet sich auf der Insel. Aus diesem treten immer und immer wieder Dämonen hervor, die zwar besiegt werden können, sich dann allerdings stets auflösen und nach einer Weile wieder auftauchen.
Und mit jeder Welle wurden sie stärker.

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Dämonenportal

Nachdem die Spielergemeinschaft schon im vorherigen Monat einige Versuche angestellt hatte, um das Dämonenportal loszuwerden, so gab es diesmal ein paar genauere Hinweise: Das Dämonenportal ist ein ursprünglicher Tempel und der Dämon, dem es „gewidmet“ wurde, wurde zunächst für einen Gott gehalten. Seine Schergen waren seine ehemaligen „Verehrer“, also die Diener des Tempels.
Weiterhin gab es Gerüchte um ein Kind des Dämons und um ein Lichtwesen, das dazu in der Lage ist, den Dämon zurück zu seiner Ebene zu bringen.
Mehr habe ich von der Vorgeschichte nicht mitbekommen, doch es schien so, als arbeite der Plot schon eine Weile daraufhin.
Diejenige, die von Anfang an dabei gewesen waren, wussten also mehr.

Wir kämpften, wirkten Magie, befragten einige der Inselbewohner und sogar den Dämon selbst. Er wollte einfach nur, dass wir die Insel verlassen.
Für meinen Charakter ein recht einfaches Spiel. Ihr lag nichts an der Insel und eigentlich hätte sie sie einfach verlassen können.
Doch je mehr wir von den Einheimischen mitbekamen, desto mehr wurde eines klar: Würden wir den Dämon alleine lassen, so würde er die gesamte Welt zerstören können.
Der Klassiker also: Wir verlassen die Insel dann besser nicht.

Also wurde weiter gerätselt.
Unter Anstrengungen all meiner Kräfte habe ich versucht, durch meine Runen etwas herauszufinden. Ergebnis: Das Portal hat einen Eingang und einen Ausgang. Und es glitzert. Ernüchternd. Und dafür die komplette Erschöpfung.
So ist das mit Magiebegabten.

Nichtsdestotrotz haben wir weitergekämpft. Nachdem ich den Oberdämon mit einem Pfeil in den Rücken geschossen habe, war er natürlich extrem sauer und hat Furcht gewirkt. Na gut, rennen wir dann mal weg. Ich finde den Zauber interessant. Aber die, die von ihm betroffen sind, sollten es auch ausspielen. Aber dazu später.

Die Kämpfe haben sehr viel Spaß gemacht, die NSCs waren einfach super! Man hat gemerkt, wie viel Spaß sie selbst an den Kämpfen hatten und es wurde wirklich mit jeder Welle schwieriger, gegen sie standzuhalten.

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Die Verletzten müssen vom Schlachtfeld gezogen werden

Doch je mehr wir gekämpft haben, desto weiter entfernte sich die Lösung des Plots.
Was sollten wir tun?
Die Magier hatten schon alles versucht.
Die Umgebung wurde ausreichend untersucht.
Die Einheimischen wurden befragt und es kursierten lediglich Gerüchte.
Was nun?

Es dauerte eine Weile, bis sich die Magier gesammelt hatten, um das Portal zu öffnen. Vielleicht konnten wir so den Dämon einsperren.
Öffnen, Dämon rein, schließen.
So zumindest die Theorie.

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Das Ritual

Das Ritual sah soweit auch sehr cool aus (den Bildern nach zu urteilen, ich war selbst beteiligt). Doch hier muss ich ein wenig Kritik äußern.
Es waren viele magiebegabte Personen beteiligt, die wirklich extrem krasse Magier waren. Also höchst fortgeschritten. Doch alles, was sie bei diesem wirklich schwierigen und anstrengenden Ritual taten, war, irgendwas zu murmeln. Maximal. Manche waren sogar schweigend unterwegs und saßen lediglich dort. Keine coolen Komponenten (die laut DragonSys ja sogar vorgegeben sind) oder Lichteffekte (die vor allem in dieser Dunkelheit echt cool ausgesehen hätten). Zumindest bei fast allen.
Und als mein Charakter dann eine Weile am „Magie wirken“ (also Kraft bündeln) war, ist die Kraft geschwunden. Dann ist sie umgefallen, direkt ohnmächtig geworden.
Alle anderen sind aufgesprungen und gegangen.
Die Dämonen kamen aus dem Portal und haben angegriffen.
Mein Charakter lag dort.
Und lag dort.

Irgendwann kam dann jemand und hat sich gekümmert (in der Zwischenzeit wurde der Zettel, den ich als Medium zum Magie-Wirken nutze, weggenommen und alle haben mich gesucht, damit ich die Runen, die darauf stehen, übersetzen kann… und ich lag direkt da – eine höchst paradoxe Situation. Lustig, aber auch unnötig).

Meinem Begleitert wurde vom Oberdämon höchstpersönlich ein Kehlenschnitt verpasst – ziemlich blöd gelaufen.
Mein Charakter war zu dem Zeitpunkt ohnmächtig (vom Magie wirken), doch zum Glück war ein magisches Wesen in der Nähe, das den Kehlenschnitt irgendwie von innen schließen konnte. Sonst wäre er wohl verblutet.

Als mein Charakter dann endlich wach war, direkt zwei schlechte Nachrichten:

  1. Das Ritual ist fehlgeschlagen (hat sogar alles schlimmer gemacht).
  2. Ihr Begleiter ist halbtot und liegt in der Ecke.
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Verarztung des „Kehlenschnitts“

Mein Charakter hat dann noch schnell die äußere Verletzung ihres Begleiters gereinigt und verbunden. Anschließend musste ein neuer Plan her.
Der Dämon ist nämlich noch stärker geworden.

Nach weiteren Kämpfen (und einer allgemeinen Verzweiflung, die irgendwie interessant und außergewöhnlich war: Die Spieler müssen verstehen, dass sie nicht „Gott“ sind und auch mal länger als zwei Minuten an der Lösung überlegen müssen) trat es dann endlich auf: Das Lichtwesen, über das bereits Gerüchte kursierten.
Sehr cooles Aussehen, passendes Auftreten (sogar barfuss gelaufen).

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Das Lichtwesen

Da war uns klar: Das ist unsere Rettung!

Und das Wesen konnte den Dämon tatsächlich zurück drängen.

Nach weiteren, unerbittlichen Kämpfen, Verletzungen und immer weniger kampffähigen Kriegern (und weiterer „Furcht“-Einwirkung auf meinen Charakter), hatten wir es dann geschafft:
Der Paladin konnte den Dämon in der Ebene einsperren.
Nur zu welchem Preis?
Denn das Lichtwesen wurde leider mit eingesperrt.
Die Situation, die dann folgte, war sehr cool.
Die Tafeln vor dem Portal wurden zerschlagen, Rauch stieg auf und Funken sprühten.

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Sieg?

Doch irgendwie fühlte es sich nicht wie ein Sieg an.
Der Paladin lag am Boden und schrie, dass er nichts sehe.
Mein Charakter packte ihn direkt und zog ihn an den Rand, um ihn dort untersuchen zu lassen.
Hatte er sein Augenlicht dafür geben müssen?
Außerdem, was war mit dem Lichtwesen? Hatte es auch sein Leben geopfert?
Machte es den Dämon vielleicht noch stärker.
Es fühlte sich nicht an, als wäre es schon überstanden.
Doch fürs erste herrschte glücklicherweise so etwas wie Frieden.

Um den Sieg zu feiern ging es hinauf in die Mühlentaverne.
Mein Begleiter und weitere Bekannte spielten Würfelspiele, während sich mein Charakter seinem persönlichen Auftrag (ein Runenbuch entschlüsseln) widmete.
Es war noch ein recht schöner Ausklang, bis es für die Charaktere dann wieder Richtung Küste ging – weg von der Insel, zurück zum Festland.

 

Für mich als Spieler war es ein sehr schöner Tavernenabend, der Plot wurde soweit erst einmal gelöst, die Kämpfe waren super, ich habe Fortschritte mit dem Runenbuch gemacht, Erfahrungen mit Magie gewonnen und auch neue Bekanntschaften gemacht (IT wie OT).
Die Orga der „Alten Mühle“ ist super (es handelt sich um die Mystic World Orga), die NSCs haben gute Arbeit geleistet und auch die Spieler waren top (bis auf den Aspekt, dass sie an der ein oder anderen Stelle Verletzungen oder auch Magie besser hätten ausspielen sollen).

Ich freue mich auf den nächsten Abend an der „Alten Mühle“.

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